2005AustralienVictoria

Great Ocean Road: Mythos am Meer

Amerika hat die Route 66, Australien seinen Highway 100: die Great Ocean Road – Mythos und Legende. Für viele Australier ist die kurvenreiche Straße von Victoria bis heute Symbol des gewonnenen Kampfes gegen eine unerbittliche Natur. Hier stemmt sich der fünfte Kontinent gegen die wilde Küste, künden steile Klippen vom Kampf mit den Gezeiten, von Gefahr und Verlust.

Das Tor zur Traumstraße ist Torquay, Australiens Mekka der Surfer. Hier stellen Shops und Niederlassungen der Branche gut die Hälfte der Betriebe, gehören Boards zum Business Look, erinnert das Surf World-Museum in seiner Hall of Fame an Stars wie Jason Polakow, der hier wohnt – nur wenige Kilometer vom legendären Bells Beach entfernt.

Wellen für Cracks

In der kleinen Bucht der großen Brecher, weltberühmt geworden durch den Kinoklassiker Point Break mit Keanu Reeves und Patrick Swayze, tragen alljährlich zu Ostern die 45 besten Surfer der Welt mit dem Rip Curl Pro das älteste Rennen der World Championship Tour aus, während das Publikum am Strand picknickt.

Surfen – Nationalsport in Australien

Der Wallfahrtsort der Wellenreiter liegt an einem kleinen Schlenker der State Road 100, besser bekannt als „Great Ocean Road“. 320 Kilometer lang folgt die Panoramastraße den Steilklippen aus Sandstein, die den Southern Ocean vom hügeligen Hinterland mit uralten Regenwäldern und tosenden Wasserfällen trennen. Nur mit Pickel und Schaufel schlugen 3.000 Soldaten von 1919 und 1932 in Etappen die Straße in den Fels – Arbeitsbeschaffung für die Heimkehrer aus dem 1. Weltkrieg und Erschließung einer Region, die bis dahin nur per Schiff erreichbar war.

Lawn Bowing in Lorne

Sehr britisch: Lawn Bowling

So wie Lorne, seit 1879 ein beliebter Badeort gut betuchter Gäste aus Melbourne, die per Schiff am Pier anlegten und luxuriös im Grand Pacific Hotel, dem ältesten Badehotel Victorias, logierten. Sie promenierten auf der Mountjoy Parade, die heute Szene-Boutiquen und Cafés säumen, und ließen, streng nach Geschlechtern getrennt, beim „lawn bowling“ stilvoll die Kugel über den akkurat geschnittenen Rasen rollen.

Great Ocean Road: die Küste bei Apollo Bay

Zwischen Apollo Bay und Princetown schlängelt sich die Great Ocean Road dramatisch durch den Regenwald des Great Otway National Park. Unter uralten Eukalyptusriesen recken sich Baumfarne fast fünf Meter hoch, stürzen Wasserfälle über Granitfelsen und plätschern Minibäche unter umgestürzten Stämmen, die sich Orchideen und der australische Ameisenigel Echidna teilen. Rot leuchtet der Schopf des seltenen Königspapageis aus dem urzeitlichen Grün.

Der Razorback bei Loch Ard

Steile Klippen & versunkene Schiffe

Den spektakulärsten Teil der Steilküste schützt der Port Campbell National Park, die zu Recht den Namen Shipwreck Coast trägt. Mehr als 200 Schiffe liefen an ihren Riffs auf Grund. Tragische Berühmtheit erlangte der Untergang der Loch Ard.

Great Ocean Road: Loch Ard

Am Morgen des 1. Juni 1878 zerschellte der Dreimaster im dichten Nebel an der 100 Meter hohen Wand von Mutton Bird Island. Nur zwei der 54 Passagiere überlebten: Tom Pearce (18) schwamm mit Eva Carmichael (17), die sich im Nachthemd an einen Schiffsbalken geklammert hatte, in die kleine Bucht, die heute den Namen des Unglücksseglers trägt, an Land, kletterte mit letzter Kraft die steilen Klippen hinauf und folgte Pferdespuren, die ihn zur Schaffarm Glenample Homestead brachten. Pearce heroische Tat machte die beiden in den Medien zum Liebespaar des Jahrhunderts – doch die Wirklichkeit sah anders aus.

AUS/VIC/Great Ocean Road: die Twelve Apostles

Wahrzeichen von Victoria

Am späten Nachmittag startet Chris mit vier Passagieren in einem Bell 206 Jetranger-Hubschrauber vom 12 Apostles Heliport in Port Campbell zu einem dramatischen Rundflug, der 30 Minuten lang die Highlights der Küste hautnah präsentiert. Bis auf wenige Meter wagt sich der Pilot an die Klippen. Zum Wahrzeichen der Great Ocean Road wurden die Zwölf Apostel.

Fast 65 Meter ragen die sand- bis ockerfarbenen Felsen aus den stürmischen Fluten, die seit Jahrtausenden am weichen Kalkstein nagen und sie unlängst auf zehn Säulen reduzierten. Die Kraft von Wind und Wellen hat Schluchten ins Land geschlagen, riesige Höhlen ausgewaschen und Kamine geschaffen, durch die das Meer seine Wogen presst und singt.

Great Ocean Road: London Bridge wurde zum London Arch

Erst Brücke, jetzt Bogen

Unablässig brandet der Kreislauf von Aufbau und Zerstörung: Am 15. Januar 1990 stürze London Bridge ohne Vorwarnung ins Meer. Die Besucher des natürlichen Brückenbogens, plötzlich auf einem Felsdorn im Ozean isoliert, mussten per Helikopter gerettet werden. Die Felsen heißen seitdem London Arch.

Im Mai und September wird die stürmische See zur Kinderstube der Southern Right-Wale. Im alten Walfängerort Warrnambool, der seine Vergangenheit im Flagstaff Hill Maritime Museum idyllisch verklärt, lassen heute die 18 Meter langen und 95 Tonnen schweren Säuger beim „whale watching“ die Kassen klingeln: Die Walbeobachtung mit Führer am Logan’s Beach oder im Ausflugsboot ist total im Trend – und damit teuer.

Great Ocean Road: bei Warrnambool

Das Erbe der Kolonialzeit

Eine letzte Bucht, dann endet die Great Ocean Road in Port Fairy. Das Fischerstädtchen am River Moyne hat seinen Kolonialcharakter in die Gegenwart gerettet. Mehr als 50 historische Gebäude betreut hier der National Trust – darunter auch das Caledonian Inn, das 1844 als erster Pub Victorias Alkohol ausschenken durften. Aus den Zapfhähnen fließt bis heute das Kultbier der Küste: VB, Victoria Bitter.

Dieser Beitrag wurde am 21. Oktober 2005 vom gms-Themendienst der dpa verbreitet und von zahlreichen deutschsprachigen Medien veröffentlicht, darunter auch Spiegel Online. Später erschien der Beitrag auch im Online-Reisemagazin Schwarzaufweiss.de.

Wie ihr die Küste zu Fuß entdecken könnt, verrate ich hier.

Great Ocean Road: Port Campbell

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