AustralienNorthern Territory

Tiwi Islands: Footy & Kunst

Im 16. Jahrhundert fischen die Indonesier in den Gewässern der Tiwi Islands im Norden von Darwin nach Trepang, Seegurken. 1705 wurden die Niederländern an der Nordküste der Tiwi-Insel Melville von den Ureinwohnern vertrieben, 1824 das britische Settlement durch einen viereinhalbjährigen Krieg beendet. 1911 kamen die ersten Missionare auf die Inseln. Die cremefarbene Missionskirche aus Holz, 1942 eingeweiht, errichtete ein holländischer Zimmermann – er wurde als erster Weißer auf der Hauptinsel Bathurst beerdigt.

Tiwi Islands: Footy & Kunst

„Doch unsere zweite Religion ist Aussie rules (football)“, sagt John, der Tagestouristen aus Darwin am kleinen Flugfeld von Bathurst, der Hauptinsel der Tiwi Islands im hohen Norden des Northern Territory abholt und über die Insel führt. „Footy ist mehr als ein Spiel. Es ist das Schaufenster unserer Kultur“, sagt auch Jack Frawley. Der Wissenschaftler aus Sydney untersucht die Geschichte des Football der Tiwi Islands.

Dass er dies im Auftrag der Australian Catholic University (ACU) macht, liegt in den Ursprüngen des Sports der Inseln 80 km nördlich von Darwin. Mitten im Zweiten Weltkrieg hatte ein Priester namens John Pye 1941 an beiden Enden eines aufgegebenen Flugfeldes Stangen in den Boden gerammt, den Aussie Rules Football (AFL) auf die beiden Inseln in der Arafurasee gebracht.

Und damit bei den Aborigines eine Leidenschaft geweckt, die nirgendwo in Australien intensiver ausgelebt wird: 900 der 2600 Insulaner, und damit 35 Prozent der Bevölkerung, sind Mitglied der Tiwi Bombers oder einem der anderen sieben Vereine der Tiwi Island Football League (TIFL) – nicht nur kräftige Kerle, sondern auch Mädchen und junge Frauen. Mit unglaublichem Ballgefühl – und nackten Füßen. Erst seit den 1990er-Jahren sind bei den Spielen Schuhe Pflicht.

Grand Final im März

Ihren Meister küren die Ballkünstler alljährlich am letzten Sonntag im März beim Grand Final, das die beiden großen Leidenschaften der Insel-Aborigines vereint: Footy und Kunst. Morgens von 9 bis 13 Uhr werden Keramiken, Textildrucke, Holzplastiken und Pukumani-Begräbnispfähle von den Kunstkooperativen der beiden Inseln Bathurst und Melville Tiwi Design Art Centre verkauft, am Nachmittag um den Pokal gekickt.

3000 Zuschauer drängen sich dann im Oval von Wurrumiyanga, wie die alte Hauptstadt Nguiu seit 2010 heißt, Territorians aus Darwin, Touristen, für einen Tag von der Permitpflicht für das Reservat befreit – und Talent Scouts. Seit David Kantilla (1938 – 1978) 1961 im South Adelaide Football Club Karriere machte, gelten die Tiwi-Islands als Kaderschmiede für Ausnahmespieler wie  Maurice Rioli (1957 – 2010) und Michael Long (*1969).

Eintauchen für einen Tag

Tagestouren zu den Inseln starten das ganze Jahr hindurch.  Schule, Kirche, Kunst heißt das Programm am Vormittag, Busch-Lunch, Billabong-Bad, Strand-Blick und Tanzvorführung am Nachmittag. Maximal zwölf Touristen können so einen Tag lang einen kleinen Einblick auf das Leben der Tiwi Islanders erhalten, zwar nur in Ausschnitten, positiv ausgewählt, aber doch noch deutlich authentischer und ehrlicher als an manch anderen Orten Australiens, wo bereits der Massentourismus das indigene Erbe kommerzialisiert hat, Aborigines = big business bedeutet.

Auf den Tiwi Islands haben die Einheimischen selbst Tour und Programm gestaltet. Sie wollen ihre Inseln behutsam für den Tourismus öffnen, bei den Besuchern Verständnis für ihre Kultur wecken, sie für die Andersartigkeit – und so auch ihren Schutz – sensibilisieren. Und so werden im kleinen Tourbus auch die Probleme angesprochen: Alkohol, Arbeitslosigkeit und Gewalt in den Familien.

Als Ausweg aus dem Teufelskreis setzen die Tiwi Islands auf Kreativität und Kunst. 1968 eröffnete mit Bima Wear die erste Näherei der Insel. 1969 begründete Madeleine Clare, eine Künstlerin der Missionsschule, gemeinsam mit Bede Tungatalum und Giovanni Tipungwuti mit einer Seidenwerkstatt die heute weltweit bekannte Galerie Tiwi Design, die auch Arbeiten der örtlichen Ngaruwanajirri Künstler-Kooperative vertreibt.

Diese Beitrag ist 2014 in National Geographic Deutschland sowie aktualisiert 2016 im Ländermagazin 360 Grad Australien erschienen.

 

 

 

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