2015AustralienNorthern TerritoryQueenslandWestern Australia

Unterwegs auf dem Savannah Way

Zu den unnötigsten Dingen gehört ein Wecker. Sobald die funkelnden Sterne im Tropenhimmel von Broome von den ersten Sonnenstrahlen vertrieben werden, begrüßen die Kookaburra den Tag. Es müssen Tausende sein, die sich in den Bäumen versteckt haben. Vor dem feuerroten Himmel, der über den flachen Bungalows leuchtet, zieht eine Karawane Kamele zum Cable Beach. Zum Sunset morgens oder abends den 22 km langen Traumstrand am Indischen Ozean entlang zu reiten, ist Kult in der Tropenkapitale.

Sonnenuntergang in Broome am Indischen Ozean

3.500 Kilometer Abenteuer

Wir jedoch schleppen Lebensmittel, Wasser- und Benzinkanister zu unserem Camper, prüfen Öl und Luftdruck, schauen, ob als gut verstaut ist, und starten: Australiens Abenteuerstraße Nr.1 wartet auf uns. Mehr als 3.500 Kilometer auf dem Savannah Way, der West-Ost-Schneise aus Highways und Outbackpisten, die Broome mit Cairns in Queensland verbindet. Weite, wilde Urlandschaften, exotische Tiere und Pflanzen, atemberaubende Route off the beaten track und abendliche Lagerfeuer-Romantik warten auf uns…

Auf dem Great Northern Highway geht es hinaus. Langsam weicht der Duft von Frangipani dem würzigeren Duft von Saltbusch und Mallee. Als breites Asphaltband zieht er sich schnurgerade durch den Busch. Kängurus dösen am Straßenrand, stolz marschiert eine Emu-Familie vorbei – in den Dämmerstunden ist Wildwechsel die häufigste Unfallursache. Doch für Tiere zu bremsen, käme den Road Trains nie in den Sinn.

Road trains – das Transportmittel über Land

Giganten der Landstraße

Einmal in Fahrt, halten die bis zu 53 m langen Megatrucks mit 800 PS, 18 Achsen, 70 Rädern und 93.000 Liter Treibstoff nur ungern – Kängurus, die über die Fahrbahn hüpfen, prallen gnadenlos gegen die riesigen Stoßfänger. Und säumen als Road Kill die Fahrbahn, bis sich gierig die Magpies, schwarze Krähenvögel, auf sie stürzen und verspeisen.

Das Willare Bridge Roadhouse am Savannah Way

„Nutzt jeden Tankstelle, füllt immer auf“, hatte der Autoverleih geraten, und so halten am Willare Bridge Roadhouse den Rüssel in den Tank. Schon acht Cent teurer je Liter als in der Stadt – mit der Entfernung steigen die Benzinpreise exponential. 70 Kilometer weiter picknicken wir vor einem Boab in XXL: Der Flaschenbaum von Derby besitzt einen so dicken Stamm, das er ausgehöhlt als Gefängnis für Aborigines diente, die dort auf ihren Weitertransport warteten.

Der Prison Tree von Derby – ein ausgehöhlter Flaschenbaum

Auf Offroadfans wartet jetzt die legendäre Gibb River Road. Die historische „beef route“, die die großen Viehfarmen der Kimberley-Region verband, ist nur auf den ersten 74 Kilometern asphaltiert. Danach ist die Alternative zum Highway eine echte Waschbrettpiste, mal steinig, mal sandig – und in der Regenzeit von November bis April gesperrt.

Die Windjana Gorge

Fische im Fels

Wir senken den Reifendruck, sperren die Freilaufnaben, und dann geht’s ab auf die „corrugaten road“, hin zur Windjana Gorge. 505 km östlich von Broome hat der Lennard River diese Schlucht in die Napier Range gegraben. Fast 100 m hoch ragen die Felswände auf. Pilze haben den Kalkstein schwarz gefärbt, Eisenoxyd den Fels tiefrot.

Unter Überhängen entdecken wir Fossilien, Abdrücke von Fischen: Vor 250 Millionen Jahren war dies alles hier ein tropisches Korallenriff. Jetzt lagern, säuberlich aufgereiht, ein halbes Dutzend “freshies“ am schlammigen Ufer. Dass sie Fische den Menschen vorziehen, verrät drei Stunden später Bill Aiken bei der Wilderness Cruise in der Geikie Gorge, die vom Great Northern Highway ganz bequem auf einer gut ausgebauten Straße zu erreichen ist.

Unterwegs in der Geiki Gorge

Bei Fitzroy Crossing hat sich diesmal der Fitzroy River in das Barriereriff aus dem Devon gegraben und in Kalksteinwände geschaffen, die „wie die Zähne unserer Crocs aussehen“. Bill, ein Bunubu Elder, lacht, und zeigt auf einen Busch, der sich an der Wasserlinie an den Fels krallt. „Da, siehst Du? Seine Schnauze ragt aus dem Wasser…“ Überall in den Kimberley sind es vor indigene Guides, die heute die Gäste führen. 45 Prozent der Einheimischen sind Ureinwohner – australienweit nur drei Prozent.

Die China Wall von Halls Creek

Chinas Mauer im Busch

Immer größer werden die Distanzen zwischen den Orten, immer kleiner die Siedlungen. Das alte Halls Creek ist heute eine Ruinenstadt im Busch, meterhoch überragen Termitenhügel die alten Straßenschilder und Häuserreste. Außerhalb von Halls Creek ragt ganz unvermittelt eine leuchtend weiße Mauer aus dem roten Outback empor: die China Wall – eine Quarzader, die senkrecht auf dem Sandstein bis zu sechs Meter hochgeschoben wurde – und das kilometerlang. Burraluba nennen die örtlichen Jaru Aborigines die geologische Attraktion. Hin führt eine Offroadpiste, die vom Duncan Highway abzweigt.

Das ATP Wilderness Camp in den Bungle Bungle Ranges

Bienenkörbe aus Sandstein

Die Nacht verbringen wir in einem Wildnis-Camp zu Füßen eines Naturwelterbes, das eine Filmcrew erst 1983 per Zufall entdeckte: die Bungle Bungle Ranges. Den örtlichen Kija-Aborigines waren ihre Sandsteindome seit mehr als 20.000 Jahren bekannt. Bis heute sind die Bungle Bungles, die heute den berühmtesten Part des deutlich größeren Purnululu Nationalpark bilden, eine echte Wildnis, nur per Allradfahrzeug zu erreichen und ein Wanderparadies.

Wandern in den Bungle Bungle – hier bei Piccanniny

Vom Piccanniny Parkplatz laufen wir zur Cathedral Gorge, einer riesigen Grotte mit Wasserloch, schwitzen in der gleißenden Sonne auf dem Weg zum Lookout, und folgen einem ausgetrockneten Flusslauf in die immer enger werdende Echidna Chasm, in der urzeitliche Livistonia-Palmen schlank vor tiefroten Sandsteinfelsen aufragen und schließlich kaum ein Sonnenstrahl den Boden berührt.

In der Echidne Chasm der Bungle Bungle Range

Nicht nur in den Bungles, auch später in Kununurra, nutzen wir die Chance auf einen Rundflug. Wie riesig die Naturparks sind, zeigt sich am besten aus der Luft. Bis an den Horizont erstrecken sich die bienenkorbartige Felsdome. Vier mal so groß wie der Bodensee glitzert unter uns auch Lake Argyle. Am Südufer fördert eine Mine heiß begehrte Edelsteine, die nur hier vorkommen: rosafarbene Diamanten.

Australisches Leistenkrokoldil („salty“)

Große  Kerle im Fluss

Wyndham ist die Heimat der Big Crocs. Riesige Leistenkrokoldile tummeln sich in den Gewässern – der Crocodile Lookout an dem alten Schlachthof-Pier ist der perfekte Platz zum Croc Spotting! In Wyndham endet der Great Northern Highway. Jetzt folgt der Savannah Way dem Victoria Highway bis Katherine im Northern Territory (NT).

Dabei berührt er zwei Nationalparks, die – noch – Geheimtipps sind: Keep River NP mit seinen uralten Aborigines Malereien und das riesige Offroad-Paradies Judbarra (Gregory River NPmit seinen imposanten Boabbäumen, die hier Gregory Trees heißen.

In Timber Creek machen wir’s wie die Einheimischen und halten die Angel in den Victoria River. Ob uns wohl ein „Barra“ an den Haken geht? Leider ist der delikate Riesenbarsch auch die Leibspeise der Salties und Freshies, der Salz- und Süßwasserkrokodile, die im trüben Strom unentdeckt unter der Oberfläche lauern.

„Mein Freund, ein Farmer, zieht die  Barramundi mit bloßen Händen aus seinem Billabong“ erzählt uns Geoff Marks abends am Lagerfeuer, während der Kanincheneintopf im Blechtopf köchelt. „Marksie“ ist ein echtes Outback-Original, und Guide des Katherine Outback Heritage Museums, der abends Geschichten aus dem Outback aufleben lässt. Wahre, wahrscheinliche – und wundersame.

Katherine Gorge: Nach dem Paddeln wird gebadet

Die Paddel-Schlucht

Uns rät er: Packt morgen bei der Paddeltour durch die Katherine Gorge auch Badezeug ein! 1650 Millionen Jahre lang fräste sich der Katherine River in den Fels und schuf 13 Schluchten mit 100 m hohen Sandsteinklippen – die fünfte endet an einem idyllischen Sandstrand. Im Wasser lauter Paddler, die sich in ihren Schwimmwesten treiben lassen, den Akubra tief ins Gesicht gezogen.

Die unteren Leliyn Falls im Nitmiluk National Park

Den zweiten Naturpool im Nitmiluk National Park säumen Schraubenpalmen, tosend ergießt sich ein Wasserfall ins klare Blau von Leliyn (Edith Falls)gesäumt von Schraubenpalmen. Immer tropischer, immer grüner wird das Land am Savannah Way auf dem Weg nach Darwin.

Die oberen Fälle von Leliyn

In Pine Creek stehen wir vor der Wahl: direkt nach Darwin oder noch kurz im Litchfield Nationalpark von Wasserfall zu Wasserfall wandern, in „rock  holes“ plantschen, die Sandsteinnadeln der Lost City entdecken und magnetische Termitenhügel, die exakt nach Nord-Süd in den Himmel ausgerichtet sind.

Der Weg dorthin verläuft auf der alten Wagenstraße der ersten Siedler, die heute reichlich steinig und ausgefahren ist – da braucht man Offroad-Erfahrung! Und sollte, wie immer, wenn es ins Gelände geht, vorab den Straßenzustand checken.

Die Wangi Falls im Litchfield National Park

Der Blitzmann von Kakadu

Wir biegen gleich nach Osten ab, hin zum Kakadu National Park, Australiens Garten Eden im Schwemmland des South Alligator River. 40.000 Jahre lang lebten die Aborigines dort im Schatten eines steilen Sandsteinkliffs, sammelten ihre Nahrung im Busch, fischten, jagten und malten ihre Mythen unter Überhängen auf den Fels, zu Tausenden verborgen im tropischen Grün.

Klapperdürr und Furcht einflößend leuchtet der gespenstischste ihrer Helden in rotem Ocker und weißer Kreide auf dem dunklen Fels von Nourlangie Rock: Namarrgon, der Blitzmann. Mächtig thront er über seiner Frau Barrginj über Kängurus, Saratoga-Fischen, Langhals-Schildkröten, Waranen und Menschen.

Gemalt wurde alles im „Röntgenstil“: zu sehen das gesamte Skelett samt Rückgrat, Knochen und inneren Organen. Noch älter sind die Figuren, die die Aborigines am Ubirr Rock an den Fels gemalt haben: einfache Strichmännchen mit Speer – schwarze Kohle auf rotem Fels.

Wunderschön: eine Bootsfahrt über den Yellow Water Billabong und den South Alligator River

Amphibische Urlandschaften

Auf Saumpfaden und Plankenwegen entdecken wir urzeitliche Landschaften. Wie eine Kette aus Kristallen funkelt ein Wasserfall; der würzige Duft der Eukalypten mischt sich mit dem süßen Aroma von Frangipani. Riesige Papierrindenbaumwälder und Savannen mit mannshohen Gräsern säumen das weite Tal mit seinen Billabongs und Flutebenen, das sich zur Green Season in Hunderte von Quadratkilometern großes Binnenmeer, von dem die Natur den gesamten Winter über zehren muss.

In der Trockenzeit ziehen sich die Tiere zur Yellow Waters Lagune zurück, die ganzjährig Wasser führt. Oft steht sein Wasser so still, dass sich die Umgebung darin spiegelt: Weißbauchseeadler, Kormorane, Brolga-Kraniche und Jabiru-Störche, grasende Wasserbüffel und Teppiche aus Lotuslilien bilden im Licht der auf- oder untergehenden Sonne eine spektakuläre, fast unwirkliche Kulisse.

Der East Alligator River im Kakadu National Park

Gänsehaut in Darwin

Vor fünf Stunden haben wir im „Cage of Death“ des Crocosaurus Cave  von Darwin den Salties ins Auge geschaut, furchterregenden Leistenkrokodilen. Jetzt baumeln über uns Flughunde, während wir uns in den heißen Quellen von Mataranka den Staub der Straße von uns waschen. Nach einigen Tagen Auszeit in Darwin sind wir zurück auf dem Savannah Way, der 3.500 km langen Abenteuerstraße im Norden Australien, der mit Highways und Offroad-Pisten das westaustralische Broome mit unserem Ziel im Osten verbindet: Cairns.

Am Roadhouse von Roper Bar bunkern wir Benzin: 338 Kilometer lang, bis zum Heartbreak Hotel, gibt es keine Tankstelle, keinen Asphalt, sondern nur weites Savannenland, in der Sandsteinsäulen 25 Meter hoch aufragen – eine „Lost City“ mitten im Limmen National Park.

Unterwegs begegnen uns bizarre Landschaften – hier hatte es kürzlich gebrannt.

Vom Büffel blockiert

Als wir weiterfahren wollen, hat ein Büffel beschlossen, im Schatten unseres Spoilers zu lagern. Als Hupen nichts hilft, setzen wir zurück, umfahren hin – und hören ihn wütend schnauben. Abends rollen wir unsere Swag aus, diesen uraustralischen Schlafsack samt Gummihülle und Matratze, verzichten aufs Zelt und schauen in den Sternenhimmel, entdecken das Kreuz des Südens, und staunen, wie nah das ferne Funkeln am Firmament in der klaren Luft des Outback zu sehen ist.

Legendäre Outback-Pinte: der Daly Waters Pub

Wer nicht Offroad zum Cape Crawford brettern will, kommt auf der Südvariante auf geteerter Strecke an der wohl legendärsten Outback-Pinte vorbei: dem Daly Waters Pub. 1893 zunächst als Geschäft entlang der Bahnstrecke, um 1930 zum Hotel für die Crew und Passagiere internationaler Qantasflüge nach Singapur umgebaut, die hier auf halber Strecke landen und auftanken mussten, ist er heute Kult bei Truckern und Touristen.

BHs, Burger, Bier und Betten: der Daly Waters Pub

Baumelnde BHS

Die „Stubbie“, das Bier im Styroporring, in der Hand, drängen sie sich am Tresen und bewundern, was frühere Besucher an Wand und Decke zurückgelassen haben: Caps, Karten, Schnappschüsse und Shirts – selbst handsignierte Slips fehlen nicht.

Das einstige Schmugglernest Borroloola ist heute fest in der Hand der Petrijünger. Auf einem privaten Allradtrack fahren sie zum Gulf von Carpentria und ziehen riesige „Barras“ aus den Fluten, Barramundi-Barsche, die gleich am Strand ausgenommen und gegrillt werden. Uns lockt indes Boodjamulla (Lawn Hill National Park), ein spektakuläres Schluchtentrio im tiefsten Outback von Queensland.

Sparkasse im Outback: die „bush bank“ – hier im Daly Waters Pub

Fossilien der Urzeit

Feuerrot leuchtet der Fels, als wir im Kanu durch die stillen Fluten gleiten, in denen sich Livistonia-Palmen spiegeln. In der zweiten Schlucht, der middle gorge, prasseln die Indarri Falls – unsere Naturdusche an diesem Morgen. Im Süden des Nationalparks bergen die Riversleigh Fossil Fields Millionen von Abdrücken und Versteinerungen aus der Urzeit – 35 Fledermausarten, eierlegende Kloakentiere, ausgestorbene Beutelwölfe, riesige Schlangen und Kängurus mit Reißzähnen. Ein Tierpark in Stein, 25 Millionen Jahre alt – und seit 1994 Weltnaturerbe. Zum dieses Erbe zu schützen, dürfen nur vier Fundstätten besichtigt werden.

Ein Frilled-Neck Lizard (Kragenechse) im Outback

Ob ihn wohl auch Robert O’Hara Burke schon gesehen hat, der 1861 als erster Europäer den australischen Kontinent von Süden nach Norden durchquerte? In Burketown erinnert ein Denkmal an den Iren, 40 km vor Normanton im Camp 119 ein Gedenkstein an Burke und seinen Partner Wills.

Ein Brandenburger im Busch

77 Kilometer südöstlich tragen Fluss und Wasserfälle den Namen eines Brandenburgers, der 1842 vor dem Militärdienst nach Australien geflohen war und von Brisbane bis Darwin das Land durchquert hat: Ludwig Leichhardt – Australiens Nobelpreisträger Patrick White widmete dem deutschen Entdecker seinen Roman „Voss“. Die Reise ins Landesinnere wird zur Reise ins eigene Ich, zum Zentrum des Seins. Wie in der Mythologie der Aborigines hat auch für White die australische Landschaft ein vitales, spirituelles Potential. Das spüren auch wir beim Reisen auf dme Savannah Way

Kris ist das Wahrzeichen von Normanton – er wurde dort erlegt.

Der Schienen-Veteran

In Normanton, einem charmant verschlafenen Städtchen aus der Zeit des Goldrausches, verabschieden wir uns von unserem Campervan und steigen in einen nostalgischen Zug, der einst die Goldsucher an die Küste brachte: der Gulflander. Mit Tempo 30 rattert der Veteran durch die Steppe: fünf Stunden für 155 Kilometer bis nach Croydon.

Knapp 200 km weiter östlich könnte man von Forsayth mit dem Savannahlander vorbei an den Obst-, Avocado- und Kaffeeplantagen der Atherton Tablelands bis nach Cairns weiterfahren. Doch wir starten von Croydon aus mit dem Allradwagen zur Cobbold Gorge, die nur auf dreistündigen Führungen mit den Savannah Guides betreten werden darf. Erst wird gewandert, dann geht’s im Elektroboot durch den schmalen, stark erodierten Schluchtenkanal, in dem sich Freshies, Süßwasserkrokodile, auf dem Fels sonnen.

Abenteuer im Untergrund

Im Chillagoe-Mungana Caves National Park hat das Grundwasser in den Fels eine Handvoll Höhlen gespült, die heute von Stalagmiten und Stalaktiten übersät sind. Noch mehr staunen wir über die Undara Lava Tubes, die nach einem Vulkanausbruch vor 190.000 Millionen Jahren entstanden sind – unter der weiten, trocken Savanne versteckt sich das weltgrößte Labyrinth von Lavaröhren.

Dort, wo die Tunnel eingestürzt sind, wächst in mehr als 300 Senken „trockener“ Regenwald – ein botanisches Phänomen! Nach den vielen Nächten in der Swag schätzen wir den Komfort der nostalgischen Eisenbahnwaggons, die Gerry Colllins auf seinem rustikalen Campingplatz aufgestellt hat, wo er im Oktober zur Opera in the Outback lädt.

Auf dem Weg zur Ostküste wird die Landschaft immer grüner. Und kühler. 920 m hoch liegt Ravenshoe in the Atherton Tablelands – Rekord im Sunshine State Queensland. Grüne Giganten schmücken das sanft gewellte Hochplateau: Jahrhunderte alte Kauri, stattliche Zedern, Würgefeigen mit meterhohen Vorhängen aus Luftwurzeln und Baumfarne, die ihrem Namen alle Ehre machen. Klare Kraterseen wechseln mit Wasserfällen; überall gurgelt und plätschert es.

Brahmen-Rinder grasen auf den Hängen der Atherton Tablelands

In den Mareeba Wetlands, den „Everglades von Queensland“ säumen die Safari-Zelte der Jabiru Safari Lodge eine exotische Sumpflandschaft mit rosa blühendem Lotus, durch die majestätisch Brolga-Kraniche staken. Unser letzter Stopp am Savannah Way: Kuranda, einst eine Aussteigerdorf, heute ein Mekka für bunte Märkte im Regenwald.

Und Erlebnisangeboten, die wir unterwegs authentischer erlebt haben. Die Fahrt in der Open Air Gondola von Skyrail, die ohne Dach als Gitterbox über das Blätterdach des Daintree Rainforest hinab zur Korallenküste schwebt, lassen wir uns indes nicht entgehen – Cairns, wir kommen!

Die Marina von Cairns im tropischen Queensland

Savannah Way: Info

Unterwegs

Die Auswahl von Mietfahrzeugen ist groß, die Mietbedingungen streng gefasst: Fahrzeuge ohne Allradantrieb dürfen nur auf geteerten Straßen genutzt werden. Wer unversiegelte Straßen befährt, verliert seinen Versicherungsschutz. Auch bei Allradfahrzeugen ist es wichtig, genau die Mietbedingungen zu studieren, rechtzeitig erforderliche Permits zu besorgen und auf keinen Fall gesperrte Pisten und Tracks zu nutzen. Überprüfen Sie bei Übergabe genauestens Zustand des Fahrzeuges und der Ausrüstung, nehmen Sie Benzin im Reservekanister sowie reichlich Wasser – pro Person 5-7 Liter/Tag – mit an Bord.

Schlafen

Kostenlos ist das Camping auf den 24-Hours-Stopps entlang der Highways. In Nationalparks sollten Stell- oder Zeltplätze (gegen Gebühr) saisonal vorreserviert werden. Kommerzielle Stellplätze kosten ab 20 AUD ohne Strom, 30 AUD mit Strom. FC (Free Camping) und andere Stellplätze sowie Tankstellen verrät die App von Camping Australia; www.campinaustralia.com.au. Wildes, spontanes Campen ist in Australien inzwischen vielerorts, auch mitten im Outback, verboten.

Dieser Beitrag ist im Jahr 2015 in zwei Teilen im Magazin OFFROAD erschienen. Bei Karawane-Reisen findet ihr das PDF.

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