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Wilder Kaiser: Parade-Pisten & Hüttenzauber

Das kaiserliche Skivergnügen beginnt gleich hinter Kufstein. Neun Orte, zwei Täler und ein Gebirgszug bilden hier das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. Die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental begeistert Skifahrer, Snowboarder und Carver mit 250 km abwechslungsreicher Pisten – von sonnig-flachen Familienabfahrten bis zu sportliche Buckelpisten – und schier endlosen Tiefschneehängen. Die schönsten Abfahrten erschließt das Pistenleitsystem „Best of SkiWelt“.

Das Skivergnügen in der SkiWelt ist schneller geworden: Mit der KeyCard oder der Swatch Access werden die Sperren der 93 Lifte und Seilbahnen ohne Wartezeiten passiert. In Ellmau bringt Europas schnellste Standseilbahn die Wintersportler in vier Minuten mitten ins Skigebiet; in Söll eine feuerrote Achtergondel von der Mittelstation in sechs Minuten 679 Meter hoch hinauf zur Hohen Salve, dem 1829 Meter hohen Aussichtsgipfel mit dem prachtvollen Panoramablick über das Pisten-Paradies.

In Scheffau wurde zur neuen Saison 2002/3 die Brandstadl-Sesselbahn durch eine neuer Achter-Gondel ersetzt. Auch immer mehr Schlepplifte müssen weichen. In Brixen ersetzt zur Saison 2002/3 eine kuppelbare Sechser-Sesselbahn den Filzboden-Schlepplift, in Ellmau die Viererseeselbahn Kaiserexpress den Breuer-Schlepplift. Die neuen Lifte fahren beim Ein- und Aussteigen angenehm langsam, schwingen sich aber dann dreimal so schnell als die bisherigen Sessellifte den Hang hinauf. „Langfristig wollen wir alle alten, langsamen Schlepplifte durch solche Sessellifte ersetzen“, sagt Gregor Seufert (35), Geschäftsführer des Tourismusverbandes „Wilder Kaiser-Brixental“.

Neun Gemeinden gehören zum Wintersportgebiet: Ellmau, Going, Scheffau und Söll zu Füßen des Wilden Kaisers; Brixen im Thale, Itter, Hopfgarten und Westendorf im Brixtental sowie Kelchsau, das kaum bekannte Kleinod im Hochtal der Kelchsauer Ache.

Alpenländische Architektur prägt die Orte am Wllden Kaiser

Nirgendwo prägen Bettenburgen aus Beton das Ortsbild, sondern alpenländische Architektur in Holz und Stein, häufig Jahrhunderte alt. Von jedem Dorf aus ist der direkte Einstieg in den Skizirkus möglich. Mit 108 Kilometer blauer, einfacher Pisten ist die SkiWelt ideal für Anfänger und Wiedereinsteiger. Fortgeschrittene finden 120 Kilometer Pisten mit roter Markierung. Mittelschwer ist auch die längste Abfahrt. Sie endet nach acht Kilometern im kleinen Dorf Itter am Fuße des Skibergs von Söll.

Schwarze Abfahrten – insgesamt zwölf Kilometer – sind einzig an den steilen Hänge der Hohen Salve zu finden. Recht selten sind auch Tourenabfahrten: Nur zehn Kilometer unberührter Wedelhänge warten auf Tiefschneeprofis. Einzig Westendorf ist – noch – nicht an die Hänge der Hohen Salve angeschlossen. Schon jetzt führt eine Gondel zum Fleiding, mit 1892 Metern der höchste Gipfel der SkiWelt.

Wo lang jetzt? Ein Snowboarder ist noch unschlüssig.

Die Parade-Pisten der SkiWelt präsentiert das Pistenleitsystem „Best of SkiWelt“ auf drei Touren. Die 18 Kilometer lange „Kaiser-Runde“ führt von Scheffau nach Ellmau und Going; die „Salven-Runde“ zeigt auf fast 16 Kilometern die schönsten Abfahrten von Söll, Hopfgarten und Westendorf; die „Westendorf-Runde“ auf 18 Kilometern die Highlights von Westendorf und Brixen. Infos zu den Rundwegen gibt an jeder Talstation. Je nach Kondition können die Touren kombiniert werden.

Wer alle Touren an einem Tag bewältigen will, sollte richtig fit sein: Auf ihn warten 35 Kilometer und 10.450 Meter Höhendifferenz. Geht der Tag zur Neige, lockt die Flutlichtpiste in Söll mit Skivergnügen bis 22 Uhr. Wem das nicht reicht: Das Großraumticket „Kitzbüheler Alpen Skipass“, gültig an 260 Liften, bietet 790 Kilometer Skivergnügen zwischen Hahnenkamm und Hartkaiser.

Ellmau: ein Kind am Schlepplift

Doch die Erholung wartet am Wegesrand: 65 Jausenstationen und Berghütten stillen den Hunger mit deftiger Tiroler Kost: Kaasspatz’n, G’rötschtl, Knoblauchsuppe und Kaiserschmarrn. In der Höhenbrandalm hoch über Kelchsau prasselt das Feuer im Kamin. Im Schein der Kerzen halten die Gäste Keramikbecher in der Hand. Heiß dampft ein ganz besonderer Trunk. „Bei uns kommt der Jagatee nicht aus der Tüte, sondern wird noch traditionell gebraut – aus reichlich Rum, Tiroler Schnaps, zahlreichen Gewürzen und etwas Tee“, sagt Burkhard Pederiva (40), Hüttenwirt und mehrfach ausgezeichneter Spitzenkoch.

In der urigen Berghütte mit dem großartigen Ausblick vergeht die Zeit schnell, und so greifen die Gäste häufig erst im Schein der Lampe zum Schlitten und gleiten bei sanftem Gefälle zurück ins Tal. Die Route der 2,5 Kilometer langen Rodelbahn führt durch dichten Tannenwald. Im gesamten Gebiet sind die Berge bis auf die Spitze bewaldet. „Das macht die SkiWelt auf natürliche Weise lawinensicher,“ sagt Seufert.

Umweltschutz hat am Wilden Kaiser oberste Priorität. Die Umweltgesetze im Land Tirol gehören zu den strengsten Europas. Rückhaltebecken, im Sommer zur Fischzucht genutzt, sammeln Wasser in Trinkwasserqualität – als Rohstoff für die 260 Schneekanonen. Anders als mancherorts übrig, wird das Wasser nicht mit Chemie versetzt, um künstlichen Schnee auch bei Plusgraden erzeugen zu können, sondern gewartet: Erst, wenn das Thermometer mindestens minus drei Grad zeigt, setzen die Schneewerfer ein.

Die neue Gondel von Söll hinauf zur Hohen Salve.

Optimal sind Temperaturen um minus zehn Grad – dann genügt ein Nacht, um braune oder vereiste Stellen komplett mit bestem Pulverschnee abzudecken. 140 Kilometer Piste können technisch beschneit werden, so auch erstmals die Nord- und Südabfahrten auf der Hohen Salve. Doch jetzt hat es auch am Wilden Kaiser wieder zu schneien begonnen, und dichte Flocken bedecken die dünn gewordene Schneedecke.

In Westendorf trifft sich die Snowboard-Szene. Der Funpark am Gampenkogel gilt als Top Spot Tirols. Als einziges Gelände des Landes erhielt es beim Test des Snowboard-Magazins „Mystery“ die Höchstbewertung: drei Mützen. Auf Action auf der Half Pipe folgt am Abend ausgiebiger Après-Ski: Mit elf Bars und Diskotheken besitzt Westendorf das quirligste Nachtleben. Hier hottet hier die Jugend aus Europa und Australien zu House und Hiphop.

Am 8. Februar 2002 trifft sich die Szene zur verrücktesten Party der Saison: Beim „Red Bull Jump + Freeze“ springen die Teilnehmer vor Tausenden Zuschauern mit Ski, Board oder selbstgebautem Vehikel in origineller Verkleidung in ein riesiges Becken mit eiskaltem Wasser. Prämiert werden der längste Sprung, das beste Dress und das schrillste Fahrzeug. Wer auf andere Art abheben möchte, kann in der Westendorfer Flugschule das Paragliding lernen: Fliegen mit Schirm und Ski.

Hohe Salve: Sonnenbad an der Kapelle

170 Kilometer Loipen mit Doppelspur und Skatingbahn machen die SkiWelt auch für Langläufer zu einem attraktiven Gebiet. Der Anschluss an die international bekannte „Koasa-Loipe“ eröffnet weitere 80 Kilometer Winterfreuden. In Brixen geht es für Langläufer hoch hinaus: Eine Gondel führt hinauf zur Höhenloipe, einer 4,5 Kilometer langen Aussichtsrunde in 1.350 Meter Höhe.

Die Brixentaler Wanderloipe führt bis nach Kitzbühel zum Schwarzsee. Langlauf bei Nacht ist auf der beleuchteten Dorfloipe von Going angesagt. Gemütlicher und weniger anstrengend ist das Winterwandern, zu Fuß oder mit löffelartigen Schneeschuhen. Die meisten Strecken des 400 Kilometer geräumter Wegenetzes verlaufen ohne größere Steigungen im Tal.

16 Ski-, Snowboard- und Langlaufschulen vermitteln Gästen jeder Alters- und Leistungsstufe die Grundlagen des Gleitens. Für den Nachwuchs wurde an der Bergstation des Brandstadl das „Kinder-Kaiserland“ geschaffen: ein Märchenpark mit Zauberteppich, Grottenbahn und Schneeburg, angelegt nach den neuesten Erkenntnissen der Skipädagogik. Die neueste Attraktion dieser Saison: eine Kindergeisterbahn im Schnee. An den Übungshängen im Tal haben der Pinguin „Bobo“ und andere lustige Märchenfiguren das Kommando über die Schneezwerge übernommen. Und sind dem Junior die Bretter noch nicht geheuer, unterhält der ein Mini-Gästekindergarten mit Fackelwanderungen, Schneeballschlachten oder Schlittenfahrten.

Going: Stilleben im Schnee – Ski und Holzscheite.

Skifahren am Wilden Kaiser: Info

REISEZIEL

Die SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental liegt im Tiroler Unterland und erstreckt sich zwischen dem Wilden Kaiser im Norden und den Kitzbüheler Alpen im Süden.

ANREISE

Die Anreise mit dem Auto ist mautfrei möglich: Von der Autobahn München- Rosenheim-Kufstein in Kufstein-Süd abbiegen und auf der gut ausgebauten Felbertauern-Bundesstraße Richtung Kitzbühel fahren. Nach 24 Kilometern ist das Skigebiet erreicht.

Die nächsten Bahnstationen für die Skiorte Söll, Scheffau, Ellmau und Going sind Wörgl (30 km), Kufstein (24 km) und Kitzbühel (10 km). Die Skiorte Brixen im Thale, Hopfgarten, Itter und Westendorf sind unmittelbar an das Bahnnetz angeschlossen und via Wörgl direkt erreichbar. Von den Flughäfen München, Innsbruck und Salzburg, jeweils eine Autostunde entfernt, werden Shuttle-Dienste angeboten.

UNTERKUNFT

Die Übernachtungspreise beginnen bei 20 Euro pro Person in einer Frühstückspension. Mittelklassehotels beginnen bei 40 und 70 Euro, die beiden einzigen Fünfsternehäuser, in Ellmau gelegen, bieten Luxus in Suiten und Apartments ab 130 Euro pro Nacht mit Halbpension.

HOTELTIPPS

Für Kinder-/Familienferien:

Hotel Kaiser in Tirol, A-6351 Scheffau 145, Tel.: +43/53 58/80 00-0, Fax: +43/53 58/80 00-03 40. E-Mail: welcome@hotel-kaiser-in-tirol.com, Web: www.hotel-kaiser-in-tirol.com

Verwöhnurlaub für Körper, Geist und Seele:

Hotel Bär, A- 6352 Ellmau, Tel.:0043/53 58/23 95, Fax: 00 43/53 58/23 56, E-Mail: hotelbaer.com@tirol.com, Internet: www.hotelbaer.com.

URLAUBSKASSE

Skikurse für Erwachsene gibt es ab 98,10 Euro pro Woche; Kinderkurse kosten rund 93 Euro. Ein Sechs-Tage-Liftpass für das gesamte Skigebiet kostet für Erwachsene 143 Euro, für Kinder 81 Euro. Wer sich die Ausrüstung leiht, zahlt für Ski, Schuhe und Stöcke rund 70 Euro Mark pro Woche. Unter www.skiwelt.at können seit der Saison 2002/3 Skipässe online bestellt werden.

GESUNDHEIT

Generell gibt es keinerlei besondere gesundheitliche Gefahren. Wegen der Kälte und der Höhensonne sollte die Haut mit einer stark fetthaltigen Sonnencreme geschützt werden.

REISEZEIT UND KLIMA

Die Hauptsaison im Winter dauert am Wilden Kaiser vom 22. Dezember bis 8. März. In der Nachsaison locken Preisnachlässe von 15 Prozent. Vom 13. bis 16. Dezember wird mit viel Fun und Party der Saison-Start mit einem großen Ski-Opening gefeiert.

INFORMATIONEN

Wilder Kaiser – Brixental GmbH, Dorf 35, A-6352 Ellmau, Tel.: 0043 (0) 53 58/505, Fax: 00 43 (0) 53 58/5 05-55, E-Mail: info@SkiWelt.at, Internet: www.SkiWelt.at

Dieser Beitrag wurde Ende Januar 2001  vom gms-Themendienst verbreitet und zahlreichen deutschsprachigen Medien abgedruckt. In den Lübecker Nachrichten erschient der Beitrag am 3. Februar 2001, im Handelsblatt am 4. Januar 2001.

Hopfgarten als Reiseziel für Familien habe ich hier vorgestellt.

Ländliche Gelassenheit in Going am Wilden Kaiser

 

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