South Australia

Kangaroo Island – Australiens Galapagos

Pelzrobben, Koalas und Abertausende Kängurus: Kangaroo Island ist ein Kleinod für Naturliebhaber. Nur 16 km vor der Küste der Fleurieu Peninsula entfernt, hat sich auf der drittgrößten Insel Australiens sich die faszinierend fremde Wildnis des fünften Kontinents am ursprünglichsten erhalten. Weniger bekannt ist, dass die Insel auch eine Slow-Food-Hochburg ist – mit engagierten Erzeugern, die lokale Produkte raffiniert verfeinern.

Zwischen Mallee, Saltbush und uralten Baumriesen hüpfen Kängurus und Wallabies durch den Busch, in den Kronen der Eukalyptusbäume verstecken die Tausende Koalas, im Seal Bay Conservation Park an der Südküste erholen sich Seelöwen von ihrer tagelangen Jagd. Kangaroo Island ist Natur pur. Aktive können Sie auf dem 61 km Kangaroo Island Wilderness Trail erleben.

Kangaroo Island: Rettung für Kapitän Cook

Nur gelegentlich von Bauernland und Schafweiden unterbrochen, schützen 19 Naturschutzgebiete und Nationalparks auf der 4.350 Quadratkilometer großen Insel diese unverfälschte , die auch Matthew Flinders erblickte, als er 1802 die menschenleere Insel entdeckte. Als seine halb verhungerte Crew mit letzter Kraft bei Kangaroo Point an Land ging, wurde sie von Kängurus umringt.

Die Mannschaft erschoss 31 Exemplare, kam wieder zu Kräften – und benannte die Insel aus Dank an die Lebensretter nach den Beuteltieren. Heute gehört die Naturinsel zu den Vorreitern im nachhaltigen Tourismus und bietet auch mit Küche und Keller – auch hier gibt es inzwischen 13 Weingüter – unverfälschte Genüsse, einfach natürlich gut.

Die bekannteste Attraktion der „Känguru-Insel“ ist der Seal Bay Conservation Park an der Südküste. Auf Führungen mit Rangern vom National Park Service sind die bis zu 600 Seelöwen, die dicht an dicht am Strand und in den Dünen liegen, zum Greifen nah. „Drei Tage jagen und fressen, drei Tage dösen und verdauen, das ist ihr Lebens-Rhythmus“, erzählt Janet Simpson, die die Besucher zu den Tieren führt – für individuelle Entdeckungen ist der Strand gesperrt. Plötzlich bäumt sich ein massiger Seelöwe auf, reißt sein Maul auf – und gähnt so laut, dass es wie ein Kampfgeschrei klingt.

Die Kolonie indes döst ungestört weiter. Wenige Kilometer hinter den Klippen, die die Seal Bay einrahmen, ducken sich in der Little Sahara hellweiße Dünen unter grünem Buschwerk. Im Kelly Hill Naturschutzpark eröffnet das Labyrinth der Kelly Hill Caves eine unterirdische Wunderwelt mit Stalagmiten und Stalaktiten, die im Schein der Strahler marmorweiß und rosa leuchten.

Beutelbären, Pinguine & Pelzrobben

Den Westen der Insel nimmt der 740 km2 große Flinders Chase National Park ein. Mehr als 400 Pflanzen- sowie 20 Reptilien- und Froscharten sind im Park heimisch. Teebäume, Banksias und Akazien wachsen bis an die abgeschiedenen Strände. Ameisenigel (Echidna), Goannas, Wallabies, Schnabeltiere und mehr als 27.000 Koalas leben in den Eukalyptuswäldern, die das Hinterland bedecken. Im Gebiet des Nationalparks erheben sich auch die berühmten Felsskulpturen der Remarkable Rock.

Wind, Regen und Meerwasser haben die massiven Granitfelsen auf einer Anhöhe über Jahrtausende bizarr geformt. Weiter westlich am Cape Couëdic, wo ihr in der einstigen Wohnung des Leuchtturmwärters übernachten könnt, wölbt sich düster-majestätisch der Felsbogen des Admiral’s Arch über den vom Pazifik umbrandeten Felsplatten, auf den neuseeländische Felsroben dösen.

Taucher finden rund um Kangaroo Islands einige der besten Tauchgründe Australiens in der gemäßigten Klimazone. In den kühl-klaren Fluten leben Blauteufel, Harlekine, Korallenfische und scheue Leafy Sea Dragon, Blattfetzenfische. Hinzu kommen mehr als 80 Wracks, viele unweit der Strände. Wer baden möchte, findet an der Südküste unberührte Sandstrände wie Vivonne Bay und D’Estrees Bay.

Sicherer ist das Schwimmen an der Nordküste, die Strände wie Emu Bay, Browns Beach und American Beach säumen. Karibikgefühle weckt die Stokes Bay, auf den ersten Blick eine unattraktive Bucht mit Algen bewachsenen Kieseln. Doch wer dem schwarzen Pfeil Richtung „beach“ folgt,  erreicht nach einem Labyrinth aus hohen Kalksteinklippen ein Kleinod: eine korallenweiße Halbmondbucht mit türkisfarbenem Wasser, idyllisch und abgeschieden. Hier bleibe ich jetzt!

Die Genüsse der Natur-Insel

Bis zum ersten Hunger..…und dem Enchanted Fig Tree Lunch oder beim Dinner am Strand, das Hannaford & Sachs von Dezember bis April veranstaltet! Als bester Seafood-Imbiss der Insel gilt „Fish“ in Penneshaw von Sue Pearson – die Britin liefert mit „2 Birds & A Squid“ allerfeinste Fischküche auch ins Ferienhaus.

Naschkatzen wissen, dass das Eiland das älteste Bienenschutzgebiet der Welt ist. Seit 1881 sammeln hier Imker den Honig der weltweit letzten reinrassigen ligurischen Bienen ein. „Marrons“ genannte  Süßwasserkrebse, Joghurt- und Käsespezialitäten aus Schafsmilch begeistern Genießer ebenso wie die Inselwinzer, Craft-Beer-Brauer und Gin-Brenner, die zur Verkostung laden. 2016 und 2017 wurde der Insel-Gin von KI Spirits als bester Australiens ausgezeichnet.

Zu den lokalen Erzeugern führen Food-Touren. Kostet mit Exceptional Kangaroo Island das wilde, pfeffrige Öl der Olivenbauern Sue und Dan Pattingale oder genießt die großen pazifischen Austern von Kangaroo Island Shellfish bei einer kulinarischen Inselrunde mit Wilderness Tours!

Highlights

  • Seal Bay Conservation Park: Ranger bringen euch ganz nah zu den 600 Seelöwen am Strand.
  • Flinders Chase National Park: Kängurus, Echidnas und 27.000 Koalas – Australiens exotische Tierwelt begegnet euch hier hautnah.
  • Admirals Arch: Pelzrobben, Seebären dösen dicht an dicht unter dem Höhlenbogen mit Tropfsteinen
  • Remarkable Rocks: Wind, Regen und Meerwasser haben die imposanten Granitfelsen bizarr geformt.
  • Little Sahara: hellweiße Dünen im grünen Busch – perfekt zum Sandboarding!
  • Kelly Hill Naturschutzpark: unterirdische Wunderwelt mit Stalagmiten und Stalaktiten

FAKTEN

SeaLink-Fähre ab Cape Jervis, www.sealink.com.au, Direktflüge ab Adelaide (REX, Qantas Link) und Melbourne (QantasLink) nach Kingscote

Dieser Beitrag ist in einem Beileger der Schweizer Zeitungen erschienen sowie in gekürzter Form in Die Welt und im Online-Reisemagazin schwarzaufweiss.de.

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