2003EuropaSchweiz

Winter in Arosa: Schnee mit Stil

Hervorragender Schnee, viel Sonne, Schweizer Gediegenheit und perfekter Service locken seit 1877 die Gäste nach Arosa. Der familienfreundliche Ferienort für Gutbetuchte, umgeben von einem Kranz sportlicher Hörner, bietet schneesicheren Schneespaß auf 70 Kilometer Piste und vielfältige Varianten abseits im Gelände. „Ich fühle mich hier wohler als irgendwo“, schrieb bereits Thomas Mann 1938.

„Arosa ist bequem“, sagt Paul, ergreift die Ski des Gastes und geht durch die Schranke zum Lift. Automatisch wird das Ticket gelesen – berührungsfreier Zugang ist an allen 13 Liften und Bahnen im Skigebiet Standard. Auf einer Rolltreppe gleiten Gast und Privatlehrer zur Gondel; Minuten später auf der höchsten Rolltreppe Europas von der Bergstation zum Gipfel des 2.653 Meter hohen Weißhorns.

Arosa/Skigebiet: Weißhorn-Gipfel, Skilehrer Paul blickt durch Fernglas.
Weißhorn-Gipfel: Skilehrer Paul blickt durch Fernglas.

Bevor jedoch die Ski angeschnallt werden, genießen die Gäste vom höchsten Punkt des Skigebietes den Rundblick auf die schneebedeckten Bergketten von Arosa. In dem gemächlichen Ferienort am Ende des Schannfigg-Tal spielt Erholung eine größere Rolle als sportlicher Ehrgeiz, wenngleich einige Pisten auch höhere Ansprüche an das fahrerische Können stellen – zum Beispiel an den Hängen des Weißhorns. Steil stürzt sich die schwarze FIS-Strecke zur Carmenna-Hütte den Hang hinab.

Weniger fordernd ist die rote Variante, die nach einem schmalen Einstieg breit ins Herz der Skiarena beim Tschuggen zurück führt. Von hier schweben Tiefschnee-Fans im Sessellift zum Brüggerhorn (2.447 Meter) mit seinen mittelschweren Abfahrten und abwechslungsreichem Off-Piste-Gelände. Einfache Pisten für Anfänger und Wiedereinsteiger finden sich am Tschuggen, zu dem sich von Innerarosa ein nostalgischer Lift mit Plastiklatten als Sitz emporschwingt.

Arosa/Skigebiet:Hörnli (r.).
Im Skigebiet: Hörnli (r.).

Genuss-Skifahrer zieht es zum 2.512 Meter hohen Hörnli, dessen gemütliche Hänge am Vormittag in der Sonne leuchten. Am Mittag stapfen sie die Rampe zur Hörnli-Hütte hinauf. Schwarzweiß-Fotos an den Wänden erzählen von den Anfängen de Skisports, als noch echte Felle unter die langen Holzski geschnallt wurden. Heute bringt die Gondel nicht nur die Gäste, sondern selbst das Trinkwasser zu Hütte hinauf – ihr Brunnen ist versiegt.

Arosa/Skigebiet: Blick von der Hörnli-Abfahrt auf den Ort Arosa.
Blick von der Hörnli-Abfahrt auf Arosa

2004 soll die Berghütte, seit 80 Jahren im Besitz des Skiclubs Arosa, umfangreich aus- und umgebaut werden, eine neue Küche und eine Panoramaterrasse erhalten. „Damit sind wir bestens vorbereitet für den Skiverbund mit Lenzerheide“, freut sich der Hüttenwirt. Das Projekt, seit Jahren angestrebt, scheiterte bislang am Widerstand der Grünen. Mit der Neueinstufung des Urnentals – bislang stand das unberührte Tal unter Naturschutz – wurde jetzt der Weg frei gemacht, die lang gehegten Pläne umzusetzen. Zwei Lifte genügen, um beide Gebieten zu einer großen Skischaukel zu verbinden.

Arosa: Das Bergkirchlein liegt direkt an einem Winterwanderweg nach Innerarosa.
Das Bergkirchlein liegt direkt an einem Winterwanderweg nach Innerarosa.

Das Loipennetz ist mit nur 25 Kilometern eher sparsam ausgebaut und auf den fortgeschrittenen Läufer zugeschnitten. Flach ist nur der Rundkurs am Obersee – selbst auf der Hochebene Prätschli sind ein paar Steigungen und Abfahrten zu bewältigen. Längste Loipe ist die 14 Kilometer lange Panoramastrecke von der Prätschalp zur Ochsenalp; abends lockt die zwei Kilometer lange Flutlichtloipe Maran.

Dagegen werden Snowboarder üppig bedient. An der Mittelstation des Weißhorns finden sie einen Funpark mit 100 Meter langen Halfpipe, Quarterpipe, Fun Boxes, Sprüngen und Hindernissen. Wer gerne abseits präparierter Pfade wandelt und wedelt, findet am Freeride Mountain 40 Kilometer Pulverschnee.

rosa: Weißhorn-Mittelstation, Blick auf das Prätschli (l.) und den Ort.
Weißhorn-Mittelstation: Blick auf das Prätschli (l.) und den Ort.

Wo bereits Hermann Hesse, Thomas Mann und Rosemarie Pilcher urlaubten, hielten pünktlich zum Start der Wintersaison 2003/2004 Goofy, Mickey Maus und Donald Duck Einzug. Im neuen Alpen Club Micky Maus, eine Kooperation von Arosa und The Walt Disney Company, soll der Nachwuchs spielerisch das Skifahren erlernen und einen fantasievollen Urlaub erleben.

Er beginnt bereits bei der Ankunft: Zur Begrüßung gibt es in 12 Hotels eine Begrüßungsbox mit Disney Video, Winnie-The-Pooh-Zeitschrift, Malbuch und Buntstifte. Spielzimmer im Disney-Look, teils mit Betreuung, laden zum ungestörten Toben. Erste Erfahrungen mit dem alpinen Wintersport kann der Nachwuchs in Mickeys Schneestation und Donalds Skiarena machen.

Arosa/Skigebiet: Schneeverwerfungen an der roten Piste unterhalb des Hörnli.
Schneeverwerfungen an der roten Piste unterhalb des Hörnli.

Wer nicht Ski läuft, findet ausreichend andere Wintervergnügungen. Eisstockschießen, Paragliding, Wellness und Wandern. Warm vermummt mit Pelz und Fellboot stapfen zwei Damen zum Tschuggen empor, wo Liegestühle zum Sonnenbad laden – viele der 40 Kilometer Winterwanderwege verlaufen mitten durchs Skigebiet. Winterweiß präsentiert sich auch der Ort. Überall bedeckt fester Schnee Straßen und Wege – „schwarz geräumt“ wird nicht.

Die Lage am Talschluss sorgt für angenehme Ruhe. Durchgangsverkehr gibt es nicht, nachts herrscht das ganze Jahr hindurch Fahrverbot. Einzig die Glöckchen der Pferdekutschen durchbrechen die Stille.

Arosa: Auf dem Bahnhofsvorplatz warten Pferdekutschen auf Gäste. Hier: zwei Kutschpferde in Schmuckgeschirr.
Auf dem Bahnhofsvorplatz warten Pferdekutschen auf Gäste

Da Schneemangel ein Fremdwort ist, können viele Gäste bereits am Hotel in die Ski einsteigen und losfahren – so auch am Waldhotel National. Das Vier-Sterne-Hotel, als Lungenheilstätte 1910 gegründet, blickt auf eine lange, abwechslungsreiche zurück. Die engagierte Mannschaft unter Führung von Direktor Steffen Volk sorgt jedoch dafür, dass auf traditionsreichem Boden gemütlich-gehobener Standard mit Stil geboten wird.

Wer sich einmal kulinarisch verwöhnen lassen möchte, hockt sich ins hauseigenen Kachelofa-Stübli. Für die „Galatine vom Mistkratzerl“ (Stubenküken) an Kürbis-Aprikosen-Chutney, das Wolfsbarsch-Filet auf Artischocken-Ratatouille, das Hirschmedaillon unter Nusskruste auf Salbei-Jus und die Maronen-Crème Brûlée wurde Gert Reber 2003 von Gault-Millau erneut mit 16 Punkten ausgezeichnet.

rosa/Waldhotel National/Kachelofastübli: Chef de Cuisine Gerd Reber (42) erläutert die Käseplatte.
Kachelofastübli: Chef de Cuisine Gerd Reber (42) erläutert die Käseplatte.

Rebers schönste Rezepte lassen sich als „Kulinarische Ferien-Erinnerungen“ mit nach Hause nehmen. Das aufwändig gestalteten Kochbuch mit Ringbindung wird alljährlich aktualisiert – Gäste erhalten die neuesten Rezepte des Chefkochs gratis.

Neue innovative Wege zu gehen, gehört zum Selbstverständnis des Hauses. Bis 2005 werden 15 Millionen Schweizer Franken in mehrere Bauprojekte investiert: Elf exklusive Eigentumswohnungen mit Hotelanschluss und eine oberirdische Parkgarage für 40 Parkplätze sollen bis 2005 fertig gestellt sein; parallel wird das erst kürzlich realisierte Wellnesscenter ausgebaut – mit Kneipp-Grotte, Eisbrunnen und Erlebnisduschen.

rosa/Skigebiet: Blick von einer Piste an der Weißhorn-Mittelstation auf das Hotel Prätschli.
Ebenfalls bei Stammgästen beliebt: das Hotel Prätschli.

Schon jetzt vertreibt das Aqua Silva mit 30 Grad warmem Hallenbad, Sanarium, Dampfbad und Massagen jegliche Ansätze von Muskelkater. Einzigartig in der Schweiz – und Highlight des Wellnesstempels – ist die Kelosauna. Drinnen duftet es nach finnischen Polarkiefern, draußen umhüllt meterhoch puderfeiner Schnee die rustikale Saunahütte.

Wenn die Nacht das Tal erobert hat, verwandelt seit dieser Winter-Saison jeden Mittwoch Abend eine perfekten Choreographie aus Filmprojektion, Laser und Musik die Aroser Bergwelt in „Mountains of Fantasy“ – mit der größte multimedialen Open-air-Lasershow Europas. Ebenso einmalig ist die Saisoneröffnung: Während andere Skiorte mit Parties feiern, bietet Arosa zum knackigen Pulverschnee mit Comedy.

Beim Arosa-Humorfestival alljährlich Mitte Dezember wird seit 1991 mitten im Skigebiet am Tschuggen ein Zelt aufgestellt, in dem internationale Comedy- und Kabarett-Stars wie Olli Dietrich gastieren und mit einem Programm zum Lachen bringen, dass genauso leicht und locker ist wie die Pisten am Tschuggen.

Arosa: Hörnli-Stein mit Gondel zum Hörnli.
Hörnli-Stein mit Gondel zum Hörnli

Arosa: Info

Reiseziel

Arosa liegt auf 1739 Meter Höhe am Ende des Schanfigg-Tals in Graubünden. Das Skigebiet erstreckt sich von 1739-2653 Meter. Saison ist Anfang Dezember bis Ende April.

Anreise

Auto

Ab Chur auf der Kantonsstraße mit 365 Kurven in rund 45 Minuten die 30 km hinauf nach Arosa.

Bahn

Schnellzug bis Chur, dann mit dem himmelblauen Arosa-Express der Rhätischen Bahn in einer Stunde bergauf bis Arosa.

Flug

Nächster internationaler Flughafen ist Zürich.

Schlafen

Die 8.500 Gästebetten sind vorwiegend in der Viersternehotellerie zu finden. Fünf Sterne tragen das Tschuggen Grand Hotel und das Arosa Kulm & Alpin Spa. Im Tal von Innerarosa liegt ein Robinson-Club. Das „Eden“ ist das erste hochalpine Designhotel.

Arosa Kulm & Alpin Spa

Tel. +41 (0) 81 3 78 88 88

Fax. +41 (0) 81 3 78 88 89

E-Mail info@arosakulm.ch

Web www.arosakulm.ch

223 Betten, 122 Zimmer, 15 Suiten

Tschuggen Grand Hotel

Tel. +41 (0) 81 3 78 99 99

Fax. +41 (0) 81 3 78 99 90

E-Mail reservation@tschuggen.ch

Web www.tschuggen.ch

212 Betten, 129 Zimmer, 4 Suiten.

Waldhotel National

Tel. +41 (0)81 3 78 55 55

Fax +41 (0)81 3 78 55 99

E-Mail info@waldhotel.ch

Web www.waldhotel.ch

168 Betten, 79 Zimmer, 14 Suiten/Junior-Suiten, 1 Apartment

Eden

Tel. +41 (0) 81 3 78 71 00

Fax +41 (0) 81 3 78 71 01

E-Mail info@edenarosa.de

Web www.edenarosa.ch

144 Betten, 80 Zimmer, 5 Apartments

Dieser Beitrag wurde 2003 vom gms-Themendienst verbreitet und von zahlreichen deutschsprachigen Medien veröffentlicht. In leicht veränderter Form erschien er auch im Online-Reisemagazin www.schwarzaufweiss.de.

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