2007EuropaNorwegen

Skeikampen: Königliche Parade-Pisten

Wann war es das letzte Mal, das die Ski die erste Spur durch eine jungfräuliche Piste zogen, der Schnee knirschte, pulverfein aufstob und keine Eisplatten und Menschenmassen das Schwingen störten? Skilaufen in Skeikampen: Norwegens wahrlich königliche Antwort auf die Alpen.

38 Kilometer nordwestlich vom Lillehammer, wo 1994 die Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden, entführt ein Seitental des Guldbrandstal in die einsame Weite des norwegischen Winters: Unter einem hohen Himmel, der vor Kälte klirrt, erstrecken sich endlose Schneefelder und Wälder; hier und da setzen falunrote Gehöfte Farbpunkte ins Winterweiß. 6000 Menschen leben im Gausdal, 22 von ihnen in Skeikampen, das alljährlich von November bis Mai mit einen kleinen, feinen, wahrhaft königlichen Skivergnügen auf 17 Pisten mit insgesamt 21 Kilometer Länge lockt.

Bereits 1876 wurde hier das Gausdal Højfjeldssanatorium als erstes norwegisches Berghotel eröffnet. Das „Sanatorium“ war nicht für Kranke gedacht, sondern für Gäste, die ihre Gesundheit an der frischen Luft pflegen wollten – beim Wandern und Wintersport. Einst schnallte sich hier auch Norwegens Monarch König Harald als junger Bub mit Lederriemen seine Stiefel an zwei Meter lange Bretter, marschierte stundenlang mit seinen Eltern Olav und Magda über schneebedeckte Sommeralmen die erst sanften, dann steilen Flanken zum 1.123 m hohen Gipfel des Skeikampen hinauf und schwang sich im Telemark-Stil durch unberührten Tiefschnee hinab. Stolz blickt er, die Ski neben sich aufgestellt, von den Schwarzweiß-Fotos herab, die die Wände der „Skistua“, einer nostalgischen Gaststube von 1850, schmücken.

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