2000Australien

Australien: Dollars mit Durchblick

Verschwitzte Hände, dreckige Hände, Hitze, Feuchtigkeit, selbst Waschmaschinen: Banknoten sind täglich dem Härtetest ausgesetzt. Als erstes Land der Welt hat Australien die Papierscheine durch Plastik-Billets ersetzt. Was nur für den eigenen Bedarf entwickelt wurde, ist längst Exportschlager.

18 Milliarden Mal werden in Australien jährlich Banknoten hin und her transferiert. Eine Belastungsprobe, die dem gewöhnlichen Geldschein schnell den Garaus macht. Eine australische Zehn-Dollar-Note beispielsweise aus Papier hält durchschnittlich acht Monate.

Auf eine Lebensdauer von 30 Monaten und mehr kommen die Scheine jetzt dank einer innovative Technologie, die nicht nur neues Geld produziert, sondern auch gutes Geld erwirtschaftet. Die lukrative Lösung: Plastik statt Papier.

Das erste Testgeld kam bereits 1988 in Umlauf, passend zum 200. Geburtstag des fünften Kontinents. Ende 2000 soll die Umstellung abgeschlossen sein, das ganze Land nur noch mit Plastikscheinen zahlen. Münzen sind Down Under unbeliebt.

Produzent des neuen Plastikgeldes ist Note Printing Australia (NPA), eine Tochter der staatlichen Notenbank. Das Unternehmen mit Sitz in Craigieburn/Victoria unweit der Metropole Melbourne kooperiert eng mit dem Commonwealth Scientific and Industrial Research Institute, besser bekannt als CSIRO. Das gemeinsame Ziel: noch bessere Qualität, noch höhere Sicherheit vor Fälschungen.

Schon heute sind die Plastiknoten in vielen Punkten dem klassischen Papiergeld überlegen. Zwar sind die Herstellungskosten doppelt so teuer, doch die vier- bis fünf Mal so hohe Haltbarkeit gleicht die Mehrkosten nicht nur aus, sondern senkt sie sogar. Mehr als eine Million Australische Dollar Produktionskosten können jährlich eingespart werden.

Nicht porös wie Papier, verdreckt das Plastikgeld weniger, bleibt länger ansehnlich und wird damit auch besser bei der Bevölkerung akzeptiert. Hitzebeständig bis 120 Grad Celsius, um ein vielfaches reißfester als Papier, überlebt Plastikgeld selbst den Kochwaschgang in der Maschine.

Und erreicht es schließlich das Ende seiner Tage, muss es nicht als Sondermüll entsorgt werden, sondern fließt dem Recycling zu. Eingeschmolzen zu Granulat, wird altes Geld zum Grundstoff für Neues: Blumentöpfe, Kompostbehälter, Sanitärrohre gehören zum Sortiment, das Noteprinting Australia auf seiner Website vorstellt.

Auch die Banker sind von den neuen Scheinen begeistert. Voller Freude berichten sie zunächst von Erfolgen in der Infrastruktur und weniger Sorgen im Service, erst dann erwähnen sie die verbesserten Echtheitsmerkmale. Was zunächst erstaunt, wird rasch verständlich: Das weite Land, nur entlang der Küste dicht besiedelt, besitzt die meisten Geldautomaten je Einwohner – weltweit.

Fast die gesamten Geldtransaktionen laufen über Automaten. Geldausgabe oder Einzahlung sind selbst im einsamsten Outback möglich – die nächste Bank mit Servicemitarbeitern hingegen hunderte Kilometer entfernt. Mit dem neuen Geld verringerte sich die Zahl der Anrufe von entnervten Kunden, die Störungen meldeten, um 32 Prozent.

Da die Tinte sich nicht abreiben kann, die glatte Oberfläche keinen Dreck oder Staub bindet, verschmutzen die Maschinen weniger und arbeiten zuverlässiger. Auch stauen sich jetzt die Scheine seltener im Schacht: minus 38 Prozent, meldet die staatliche Notenbank.

Innovative Sicherheits- und Echtheitsmerkmale machen es Fälschern schwer. Von 1995 bis 1999 ging die Falschgeld-Quote auf ein Sechstel zurück. Jeder Bürger kann echtes Geld von Fälschungen kinderleicht unterscheiden. “self authenticating” nennen es die Australier; Geld, das sich selbst die Echtheit beweist.

Ein Sichtfenster sorgt für Durchblick. Es enthält “Diffractive Optically Variable Devices” (DOVD), Sicherheitsmerkmale, die weder beim Kopieren noch beim Scannen mit vervielfältigt, aber mit bloßen Auge beim Betrachten erkannt werden können. Sobald Licht auf das Sichtfenster fällt, erscheint ein Bild – je Geldwert als anderes Motiv.

Alle Echtheitsmerkmale, die die Banknote auf mehreren Ebenen durchziehen, profitieren von den besonderen Materialeigenschaften der Plastikfolie. Ein erhöhtes Druckbild, Prägedruck, variable Schattenbilder und Hintergrundmuster erschweren Fälschungen ebenso wie Mikro-Prints, nicht sichtbare Mini-Eindrucke.

Für den Druck des neuen Geldes kann die staatliche Druckerei ihre bisherigen Offsetmaschinen und Kopierpressen nutzen. Die flexiblen Folien aus Polyprophylen liefert UCB Films plc, ein belgisches Chemie– und Pharma-Unternehmen. Nach dem Druck werden die Scheine mit einer dünnen Folie versiegelt, verpackt und in den Geldkreislauf gegeben.

Bereits seit 1997 produziert Australien so mehr Plastikscheine für den Export als für den eigenen Bedarf. Neuester Abnehmer ist Neuseeland. Besonders begehrt ist das neue Geld in Staaten, die Hitze und/oder Feuchtigkeit plagen.

So steht neben Brasilien, Brunai, Thailand und Rumänien und tropischen Staaten wie Sri Lanka, Indonesien, Singapur, Taiwan, Malaysia, Western Samoa auch ein europäisches Küstenland auf der Kundenliste: Northern Ireland

Dieser Beitrag ist am 24. Dezember 2000 in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) erschienen.

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