2011Australien

Wasserfälle: Rauschende Wildnis

Australien besteht nicht nur aus rotem Sand – besonders an der Ostküste Queenslands und im Northern Territory ergießen sich tosende Wassermassen zu Tal.

Die Niagara-Fälle in Nordamerika sind 58 m hoch, die Victoriafälle in Zimbabwe bringen es auf 109 m – und doch sind die beiden weltberühmten Wasserfälle nur Winzlinge gegen die kaum bekannten Fälle, die es in Australien gibt: 305 m tief stürzt der Stony Creek in mehreren Stufen im 124.000 ha großen Lumholtz National Park 48 km westlich von Ingham in Queensland zu Tal.

Die Wallaman Falls sind damit die höchsten Wasserfälle des Kontinents. Bei den 220 m hohen Wooloombi Falls östlich von Armidale in New South Wales misst der längste freie Fall der Fluten 100 Meter. Die Spitzenstellung als „Australia’s largest single drop waterfall“ beanspruchen die Ellenborough Falls nördlich von Taree, die in einem Stück 160 m am Rand des New England Tablelands tosend hinab fallen.

Alle drei Wasserfälle liegen im Osten des Landes. Das Einzugsgebiet der hier nach Osten entwässernden Flüsse ist zwar nur klein – dafür lässt der Niederschlag, der sich an den Bergketten der Great Dividing Range abregnet, die Flüsse anschwellen, die tiefe Schluchten in die Felsen waschen und in imposanten Wasserfällen zu Tal stürzen.

So werden auch die Josephine Falls im Wooroonooran National Park 75 km südlich von Cairns, die in zahlreichen Werbefilmen als tropische Kulisse gedient haben, vom Niederschlag gespeist, der sich an Queenslands höchstem Berg, Mount Bartle Frere (1.622 m), abregnet. In gewaltigen Kaskaden donnert das Wasser über Felsen, die von der konstanten Feuchtigkeit über und über mit Moos bewachsen sind. Lianen hängen vorn den Ästen der Baumgiganten im prähistorischen Regenwald, Orchideen und andere exotische Blüten leuchten im dichten Grün.

Mal rauschend, mal ein dünnes Rinnsal: die Barron Falls bei Kuranda. Foto: Skyrail/Pressebild.

Bei der Bahnfahrt von Cairns nach Kuranda hält der Nostalgiezug für einen Fotostopp an den Barron Falls. 280 m tiefer, unten in der Schlucht, beginnen Rafting-Fahrten mit Schlauchbooten, die verwegen über die Stromschnellen reiten – ein nasses Vergnügen, herrlich erfrischend in der tropischen Hitze des Sunshine State.

Im Northern Territory sorgen die Monsunregen für beeindruckendes Wasserfälle. Von November bis Mai verschwimmen im Kakadu Nationalpark die Grenzen zwischen Land und Meer. Dann stürzen sich auch die Jim Jim Falls als rauschende Kaskaden 215 m tief hinab.

Gegen Ende der Trockenzeit ist der reißende Jim Jim Creek meist nur noch ein bescheidenes Rinnsal, das träge vor sich hin tröpfelt. Wenn die Sonne von hinten genau über die Schlucht scheint, leuchtet ein Regenbogen über den Jim Jim Falls – ein unvergesslicher Eindruck.

Die Florence Falls im Litchfield National Park. Foto: Hilke Maunder

Zu den Fällen führt eine Fahrbahn, die einzig im letzten Teilstück noch nicht befestigt und daher nur mit Allradwagen zu bewältigen ist. Die letzten Kilometer geht es beim Bushwalk zu Fuß über große Felsen– für Abkühlung sorgt ein kaltes Bad im tiefen Pool unterhalb Fälle.

Zu den beliebtesten Badeplätzen im Kakadu-Nationalpark gehört der Strand unterhalb der Twin Falls. 2003 entdeckten auch einige der gefährlichen Salzwasserkrokodile das Idyll. Die Wasserfälle sind seitdem nicht mehr schwimmend für Besucher erreichbar.

Garantiert krokodilfrei sind, versichern die Rangern, die Badeplätze im Litchfield National Park. Zu Hunderten baden hier Menschen in den Pools, die sich unter den Wangi Falls und den Florence Falls gebildet haben. Die beiden Billabongs unterhalb der Edith Falls (Leliyn) im Nitmiluk National Park schließlich zählen zu den schönsten Badeoasen des Northern Territory.

Die oberen Fälle von Leliyn. Foto: Hilke Maunder

Die bekanntesten Wasserfälle von Victoria liegen in den Grampians und sind auf gut markierten Wegen bequem zu erreichen, meist ohne größere Steigungen und Stolpersteine. Auch sie sind nach den Regenfällen des Winters besonders eindrucksvoll – in der Trockenzeit können einige, so auch die Clematis Falls, ganz austrocknen.

Die Silverband Falls tragen ihren Namen zu Recht: Als schmales, silbernes Band fallen sie über eine steile, tiefschwarze Felswand hinab in eine Geröllschicht zu ihren Füßen, in der das Wasser verschwindet und erst 200 Meter weiter bachabwärts wieder zu Tage tritt. Hauptattraktion des Gebirges sind jedoch das ganze Jahr gut besuchten die MacKenzie Falls, mehrere Wasserfälle, die sich schließlich über eine 20 Meter hohe Gesteinsbank in die Tiefe ergießen und in einem malerisch grünen Tal weiter bergab fließen.

Die MacKenzie-Fälle sind unabhängig von Wetter und Jahreszeit eine Attraktion, da sie immer Wasser führen – sie werden vom Wartook Reservoir gespeist, das die Trinkwasserversorgung für Horsham und die Weizenfelder der Wimmera nördlich der Grampians sichert. Schmale, feuchte Steinstufen führen hinauf zu einem Aussichtspunkt über die Broken Falls, den oberen Teil der MacKenzies-Fälle.

Mount Field National Park: Horseshoe Falls. Foto: Hilke Maunder

Auch Tasmanien ist wahrlich berauschend. Der höchste Wasserfall der Insel ist zugleich der schönste: die 104 m hohen Montezuma Falls, zu erreichen nach einstündigem Fußmarsch von einem alten Bergarbeiterdorf bei Rosebery. An seinem Fuß überspannt eine schwankende, schmale Hängebrücke aus Stahl die Talschlucht. Selbst im Rollstuhl zu erreichen sind dagegen die 40 m hohen Russell Falls im Mount Field National Park.

Nach dem beliebten Fotostopp lassen sich Bergseen und Palmen im Schnee ebenso erwandern wie urzeitliche Wälder mit 90 Meter hohen Eukalypten. In „under down under“ ist schließlich sogar eine ganz Bucht den tosenden Kaskaden der Insel gewidmet: die Waterfall Bay – spektakulär stürzen hier an der Tasman Peninsula wild schäumende Wasserfälle über Steilklippen ins Meer.

Dieser Beitrag erschien 2011 in meinem Blog „Walkabout Australien“, der inzwischen in der ReiseSchreibe aufgegangen ist. 

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