Kulisse für Künstler und Kultfilme: Silverton

Die ehemalige Goldgräberstadt Silverton gehört zu den gefragtesten australischen Drehorten. Kultfilme wie “Mad Max 2” haben das 100-Einwohner Kaff weltberühmt gemacht. Jetzt soll Mad Max 4 im Outback von New South Wales rund um Silverton gedreht werden.

Unterwegs im „Accessible Outback“ von New South Wales. Staubig-grüne Salzbüsche, stachelige Akazien und 300 Jahre alte Eukalyptusbäume bedecken die Ebene. Kamele grasen in einem ausgetrockneten Creek. Krähen hocken neben Känguru-Kadavern am Straßenrand. Auf einem abgestorbenen Baum hat ein Adler seinen Horst gebaut.

Schotter staubt auf der Straße nach Silverton. Die Geisterstadt, um 1885 Boomtown der Goldgräber, ist eine beliebte Kulisse für Kinofilme. Besonders berühmt wurde ein Pub: das Silverton Hotel – je nach Film wechselte es seinen Namen.

Wie die urige Outback-Kneipe jeweils hieß, verraten die hölzernen Namensschilder, die unter das Dach der Veranda genagelt wurden: „Martinvale“, „Station Café“ oder schlicht „Tea Rooms“.

Nicht nur Kinoregisseure, sondern auch Werbefilmer schätzen Silverton. Sie lieben seinen rauen Charme, das karge Outback, dass bei den Mundi Mundi-Plains eine kaum fassbare Weite zeigt, und das einzigartige Licht, das über dieser Landschaft leuchtet.

Silverton: In der Ghost Town haben Künstler zahlreiche Fahrzeuge bemalt. Foto: Hilke Maunder
In der Ghost Town haben Künstler zahlreiche Fahrzeuge bemalt. Foto: Hilke Maunder

Alle paar Monate rücken daher die Werbefilmteams an und schießen „Commercials“ für Firmen wie British Lions, Panasonic, Landrover, Telstra, Coca Cola, West End Beer, Dove-Seife, Hyundai, Mercedes Benz, Pajero, Ampol, Pennzoil, Smiths Chips, Gatorade, Pepsi und Master Card.

Besonders berühmt wurde der Bier-Spot für XXXX (gesprochen: „four X“) – ein durstiger Pilot setzt darin seinen Flieger direkt vor dem Silverton Hotel auf den Sand auf und löscht seinen Durst mit dem goldgelben Gerstensaft aus Queensland in Gläsern, die im Eisfach lagen. Und das tun sie in Silverton tatsächlich…

2010 sollte die vierte Folge von Mad Max in Silverton gedreht werden. Die starken Regenfälle der Jahre 2009/2010 hatten das rote Outback jedoch in eine grüne Ebene verwandelt – und die Filmtrucks zogen erst einmal von dannen. Jetzt wird gewartet…

In der Ghost Town haben Künstler zahlreiche Fahrzeuge bemalt. Foto: Hilke Maunder
Noch ein kreativ verschöntes Vehikel aus Silverton. Foto: Hilke Maunder

Über die Landesgrenzen bekannt ist das 100 Einwohner-Nest auch für seine »Arid Zone Artists« Shane Gehlert, Kym Hart und Howard William Steer. In ihrem Gefolge haben sich andere (Lebens-) Künstler in Silverton niedergelassen. John Dynon, Peter Browne und Justin Cowley, Albert Woodroffe  und seine 2010 verstorbene Frau Bronwen Standley Woodroffe ließen sich vom Outback-Kaff Silverton zu künstlerischen Arbeiten inspiriere.

Dabei wurde nicht nur auf Leinwand und Aquarellpapier gemalt, sondern auch die Lebensumwelt ringsum gestaltet – und manch ein ausgedientes Vehikel oder der eigene fahrbare Untersatz zum Kunstobjekt. Besonders ausgediente VW Käfer und offene Kübelwagen inspirierten die Künstler.

Sie nagelten Kronkorken von Bierflaschen auf die Chassis oder bemalten die Fahrzeuge mit Emus. Besonders kreativ, schrill und exzentrisch sind die Kreationen von John Dynon, der selbst noch Motorrad und Plumpsklo als “Kunstwerke” gestaltet.

(Lebens-) Künstler aus Silverton: John Dynon. Foto: Hilke Maunder
(Lebens-) Künstler aus Silverton: John Dynon. Foto: Hilke Maunder

Ein Original aus Silverton ist auch Andy Jenkins. Als einzige Mensch in Australien darf er der offiziellen Landeswährung mit der Säge zu Leibe rücken darf. Andy Jenkins ist ein „Coin Carver“, ein Self-Made-Mann, Jahrgang 1949, ein ehemaliger Kumpel im Bergbau von Broken Hill, der 1982 seinen Job verlor und der überzeugt ist: Auch, wenn Du etwas nicht gelernt hast, aber es erreichen willst, schaffst Du es – Du musst nur üben!

So brachte er sich nach einem Besuch des L.A. County Fair das „Coin Carving“ bei – und verwandelt seitdem mit der Laubsäge große und kleine Münzen in Schmuck. Seine Werkstatt ist ein Wellblechschuppen, wo inzwischen Münzen aus aller Welt darauf warten, von ihm verwandelt zu werden. Doch das beliebteste Motiv ist und bleibt das Känguru, heraus gesägt aus einem alten australischen Penny, der 1966 dem Cent weichen musste.

Die Hauptstraße von Silverton. Foto: Hilke Maunder
Die Hauptstraße von Silverton. Foto: Hilke Maunder

Diese Filme wurden in Silverton gedreht

Dirty Deeds – 2001
Mission Impossible II – 1999
The Missing – 1998
Priscilla, Queen of the Desert – 1993
Reckless Kelly – 1991
Royal Flying Doctor Service (TV) – 1991
The Water Trolly – 1989
As Time Goes By – 1987
Dirt water Dynasty (Miniserie) – 1987
A Place to Call Home (TV) – 1986
The Blue Lightning (TV) – 1986
Alice to Nowhere (TV) – 1985
Comrades – 1985
The Long Way Home – 1984
Razorback – 1983
The Camel Boy -1983
The Slim Dusty Movie – 1983
Hostage – 1982
A Town Like Alice – 1981
Mad Max II – 1981
The Golden Soak – 1978
The Battle of Broken Hill – 1971
Girl in Australia – 1970
Wake in Fright – 1970.

Dieser Beitrag u.a. im Online-Magazin Schwarzaufweiss.de veröffentlicht.

Filmreif: das Outback von Silverton. Foto: Hilke Maunder
Filmreif: das Outback von Silverton. Foto: Hilke Maunder

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