1994AmerikaUSA

Wandern auf Hawaii: per Pedes durchs Paradies

Schwarzgrau hingen die Regenwolken am Himmel, verdeckten die Gipfel der Berge. Davor: Hochhäuser, modern mit Glas und Stahl. Dann: Ölbunker, Raffinerien, Container. Der Anflug auf Honolulu ließ meine Vorstellungen vom Südseeparadies Hawaii wie eine Seifenblase zerplatzen.

Am Airport die Begegnung mit dem ersten Einheimischen. James „Bernie“ Bernholz, Sergeant der US Army. Seine Visitenkarte wirbt: „Dictators overthrown, governments toppled, parties crashed“ , kurzum „one shot, one kill“.

Armee und Ananas, Tourismus und Technologie bestimmen den Lebensrhythmus des Archipels, das 4000 Kilometer vom nächsten Festland mitten im Pazifik liegt. Wer die Inseln bereist, wird schnell auf die Widersprüche hinter der Hochglanz-Fassade stoßen: Bevölkerungskonflikte, Armut, Umweltprobleme auch hier, mitten im „Paradies“.

Doch: Hawaii ist nicht Honolulu, endet nicht in am Strand von Waikiki und dem Massentourismus von Maui. Zu Fuß, quer durch die Wildnis im Innern der Inseln, offenbart sich das andere Hawaii. Trekking auf Hawaii – hier sind unsere Tips für Trails und Touren.

Die schönsten Strände von Hawaii: Polihale Beach auf Kauai

Kaena Point/Oahu

Das Kliff von Kaena Point bildet den westlichsten Punkt von Oahu. Von hier aus sollen, so die alten Sagen, die Seelen der Toten ihre Fahrt ins Jenseits antreten. Bis 1940 gab es hier sogar eine Eisenbahn – letzte Überreste der Gleisstrecke von Haleiwa nach Honolulu sind vereinzelt am Strand zu finden.

Die Straße, die von Mokuleia das Kap umrundet, wurde inzwischen vom State Department für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Nur so konnte verhindert werden, dass Off-Road Rowdies mit ihren Geländewagen die einzigartige Küstenlandschaft völlig zerstören. So konnte auch eine Pflanze vor der Ausrottung bewahrt werden. die sich sonst nirgends mehr auf der Welt findet: die struppig-buschige Staude Ka’ena ‚akoko.

Wer den sandigen Küstenpfad entlang wandert, trifft mit etwas Glück auf andere, ebenfalls vom Aussterben bedrohte Tiere Hawaiis: Hier sonnt sich eine hawaiianischen Mönchsrobbe am Strand, dort hockt ein junger Albatros in seinem Nest. Dort, wo der Klippenpfad in den Farrington Highway (Highway 930) mündet, liegt an einer der schönsten und einsamsten Strände der Insel: Yokohama Bay. Japanische Eisenbahn-Arbeiter, die sich hier vom Gleisbau erholten, gaben der Beach ihren Namen. Weiter südlich folgen Makua Beach Park,

Ohikilolo Beach, Kaneana Cave und Keaau Beach Park, bis hinter dem Kliff Kepuhi Point sich der Blick auf Makaha öffnet, wo der Sheraton Konzern das erste Edel-Resort von Leeward Oahu erbaute.

Kultstätte im Palaau State Park von Molokai

Sacred Falls State Park

2.5 Kilometer nördlich von Punaluu beginnt am Highway einer der schönsten Kurzstrecken von Windward Oahu. Für die leichte Wanderung durch das enge Kaliuwaa-Tal hinauf zu einem 30 Meter hohen Wasserfall mit Badebecken braucht man hin und zurück rund zwei Stunden. Die drei Kilometer lange Strecke zum Wasserfall beginnt als breiter Sandweg, rechts von einem alten Zuckerrohrfeld, links vom Kaluanui Bach gesäumt. Der gesamte Weg ist markiert. Zweimal muß das Bachbett durchquert werden.

Schildern warnen vor Lebensgefahr: Schon nach leichtem Regen schwellen die Bäche an und verwandeln sich in reißende Stürme, die alles zu Tal reißen, was sich ihnen in den Weg stellt. Niemals sollte man versuchen, im Bachbett den Weg nach oben neben – schon mehrere Trekker wurden von sich plötzlich lösenden Felsbrocken erschlagen oder den Wassermassen fortgerissen und getötet. Der schmale Weg ist dennoch einer der beliebtesten Spazierwege der Insel. Vom späten Vormittag bis frühen Nachmittag pilgern Familien mit Kinder, Badegäste in Plastiklatschen und echte Hiker mit Shorts und Bergstiefeln zu den Wasserfällen hinauf und baden im kühlen Wasser des kleinen Pools.

Waipio Valley/Big Island

Im Nordende der Hamakua-Küste endet der Highway 240 abrupt an 650 Meter hohen Klippen, die das längste Tal Hawaiis von der Außenwelt abschirmen: Das Waipio Valley. Vom Aussichtspunkt am Ende des Highways bietet sich ein toller Blick auf das größte und südlichste der sieben Täler an der Spitze der Windward Side von Big Island. Das Waipio-Valley war das politische und religiöse Zentrum des alten Hawaii.

Als Tal der Könige war es die Heimat der hawaiianischen Könige Umi, der um 1500 die Anlage von Taro-Feldern verordnet haben, Liloa und Kamehameha. Eine englische und drei hawaiianische Schulen, fünf Läden, vier Restaurants, ein Hotel, zwei Gefängnisse, ein Postamt, vier Billiard-Hallen und fünf Kirchen gab es einst im Tal. Als 1823 die ersten weißen Männer ins Tal kamen, fanden sie hier zahlreiche Bananen- und Tarofelder vor, Fischteiche, Tempel und den heiligen Schutzbereich Pakaalana.

Mit Erstaunen lauschten sie den Geschichten, die die fast 1500 Bewohnern über ihre alten Könige erzählten. Einer, so die Sage, soll einst 80 Menschen geopfert haben. Hier soll, heißt es weiter, Kamehameha seinen Familienkriegsgott Kukailimoku erhalten haben und von den regierenden Fürsten als ihr einziger Fürst erwählt worden sein. 1791 kämpften hier Kamehameha und Kaheiki in der ersten Seeschlacht Hawaiis gegeneinander, bei der erstmals Kanonen eingesetzt wurden – die Einheimischen nannten sie „Kepuwahaulaula“, rotmündiges Gewehr. 1823 kam William Ellis als erster Missionar ins Tal. Er schätzte die Bevölkerung auf 1300 Menschen.

Ende 1800 trafen die ersten chinesischen Immigranten ein. Waipio war eine lebendige Kommune. Bis 1946: Damals zerstörte eine enorme Tsunami (Flutwelle) mit ihren Wellen, die tief ins Tal hineinreichten, fast die gesamte Infrastruktur. Wer überlebte, wurde umgesiedelt. Heute leben nur noch 30 bis 40 Familie hier und bauen Taro an. Ihre Ernte bringen sie nicht zur Poi-Fabrik, sondern mahlen das Korn auf ihre Art: Die Bauern stopfen das Getreide in grobe Säcke und kurven mit ihrem Truck oder Jeep so lange darauf hin und her, bis alles klein und platt gefahren ist. Neben Taro werden im Waipio Tal noch Lotus (der Blüte wegen), Avocado, Brotfrucht, Orangen und Limonen angebaut. Mitten durch das Tal fließt der Waipio Bach. Er mündet an einem kleinen Strand ins Meer. Vom Strand aus bietet sich en schöner Blick auf den Kaluahine Wasserfall, der östlich in Kaskaden über die Klippen fällt.

Am Ende der Bucht, sagen die Einheimischen, liegt der Eingang in die Unterwelt Lua O Milu. Mit 300 Meter Fallhöhe führt der Hiilawa-Wasserfall die Hitliste der Wasserfälle von Hawaii an. Das Hinkommen ist recht schwierig: Der Weg geht querfeldein durch Gestrüpp. Das Wandern im Waipio-Tal wird auf Schritt und Tritt eingeschränkt: Wo kein Schild mit der Aufschrift „Private Property“ (Privatland) steht, sichern Hunde das Grundstück.

Je tiefer man ins Tal kommt, desto aggressiver werden die Tiere. Am Talboden beginnt der Switchback Trail. Der alte hawaiianische Pfad führt an den nordwestlichen Klippen vom Waipio Valley vorbei an mehreren Schluchten mit Wasserfällen zum Waimanu Valley. Der 15 Kilometer lange Weg sieht gefährlicher aus, als er tatsächlich ist – solange kein schwerer Rucksack die Balance erschwert. Das Waimanu-Tal ist kleiner, landschaftlich aber dem Waipio-Tal recht ähnlich. Auch hier gab es einst ein blühendes hawaiianisches Dorf – heute zelten hier Traveller, die hier auch ohne Permit geduldet werden.

Herziger Stein-Schmuck am Highway von Big Island

Mauna Loa/Big Island

Die schwarz-graue Mondlandschaft diente den Astronauten von Apollo als Übungsgelände: Der Mauna Loa, mit 4167 Meter zweithöchster Berg des Archipels, ist die einsamere, aber nicht minder beeindruckende Alternative zum benachbarten, populären Hawaii Volcanoes National Park. Zwei Wege führen zu dem Schildvulkan, der zuletzt 1983 ausbrach, hinauf: die 16 Kilometer lange Mauna Loa Road und eine 25 Kilometer lange Stichstraße der Saddle Road, die sich durch Lavagestein hinauf zum Wetterwarte in 3400 Meter Höhe windet.

Von der hier aus gibt es zwei Möglichkeiten: Mit Geländewagen weiter – oder zu Fuß. Der gut markierte, steil ansteigende Observatory Trail trifft nach fünf Kilometer auf den Mauna Loa Trail, der an der Westseite des Mauna Loa-Gipfelkraters Mokuaweowoe zur Mauna Loa Hütte führt. Die Hütte markiert zugleich den Endpunkt des 40 Kilometer langen Mauna Loa Trail, der am Kilauea-Krater im Hawaii Volcanoes National Park beginnt. Für den Trail sollten mindestens zwei Tage veranschlagt werden. Unterkunft: Mauna Loa Summit Cab in (Gipfelhütte): 12 Betten; Red Hill Cabin: acht Betten. Reservierung/Wetter-Info: 967-73 11.

Halekakala-Krater/Maui

Der Haleakala ist sicher einer der Hauptattraktionen von Maui. Hier den Sonnenaufgang zu erleben, ist für die meisten Besucher ein Pflichtpunkt ihres Aufenthaltes – aber auch der Sonnenuntergang am Krater ist atemberaubend schön. In der Landessprache heißt Haleakala „Haus der Sonne“ – in Erinnerung an den Halbgott Maui, der für seine Mutter Hina die Sonne, die so schnell über Maui hinwegzog, mit einem Seil einfing und ihr das Versprechen abnötigte, künftig doch ein wenig langsamer über die Insel zu ziehen.

Der rund 3000 Meter hohe Berg rühmt sich, einziger „drive-on“-Vulkan der Welt zu sein. Der Highway 37, 377 und 378 führt in zig Kurven zum Gipfel hinauf. Zu Fuß kletterte Mark Twain 1866 zum Haleakala hinauf. Der amerikanische Autor veröffentlichte seine Eindrücke erst nach sechs Jahren im Reisebuch „Roughing it“. Der Sonnenaufgang war für den „Vater“ von Tom Sawyer das „erhabenste Naturschauspiel“.

Feuriges Hawaii: der Krater des Haleakala auf Maui

1907 erlebte Jack London den „Monsterberg“. Der Sonnenaufgang sei  „eine Szene unermeßlicher Öde und Verwüstung, streng, abstoßend und faszinierend“gewesen. Wer wie der „Seewolf“ den Sonnenaufgang erleben möchte, muß früh aufstehen – gegen drei Uhr nachts. Eine Übersicht der Zeiten für den Sonnenaufgang wird in der kostenlosen Zeitung „Maui News“ abgedruckt.

Vor der Abfahrt sollte man sich unbedingt über das Wetter informieren (Tel: 572-77 49. 91 77), denn selbst im Sommer kann das Wetter von sonnig-heißen Temperaturen in regnerisch-kalt umschlagen. Ein Regenschutz sollte immer im Gepäck sein. Besonders unbeständig sind Frühjahr und Herbst. Im Winter wurde auf dem Haleakala mit minus elf Grad zudem die niedrigste Temperatur Hawaiis gemessen. Im Tageslauf verändert der wechselnde Sonnenstand nahezu stündlich den Eindruck, den der Krater bietet. Vormittags ist die Sicht am klarsten.

Der höchste Gipfel des Haleakala ist der Puu Ulaula, der 3055 Meter hohe Red Hill (roter Hügel). Von den beiden Großparkplätzen am Kraterrand führen kurze Spazierwege, teilweise mit Treppen und Stufen, zu den Aussichtspunkten am Gipfel und am Kraterrand. Das Inneres des 30 Quadratkilometer großen Kraters gleicht einer Mondlandschaft: Aquarellfarbene Dünen aus Lava-Asche und Tuffkegel kleinerer Vulkane, die wie der Puu o Maui bis zu 300 Meter aufragen, prägen den Talboden, den ein zerklüfteter, bizarr-zackiger Kraterrand umgibt. Die Höhendifferenz beträgt bis zu 1000 Meter.

Feuriges Hawaii: der Krater des Haleakala auf Maui

Der Skyline Drive endet rund zwei Kilometer vor Science City auf dem White Hill. Hohe Zäune aus Maschendraht umgeben die „Stadt der Wissenschaft“, einem futuristisch anmutenden Ensemble aus weißen Rundkuppeln, hohen Antennen und einigen verstreuten Flachbauten- es sind übrigens die einzigen Gebäude auf Maui, die mit einer Heizung ausgestattet sind. Der Zutritt zur Science City ist verboten, denn hinter dem harmlosen Namen „Stadt der Wissenschaft“ verbirgt sich eine Forschungsstation für Astrophysik, in der NASA, Verteidigungsministerium, Smithsonian Institute und den Universitäten von Hawaii und Michigan den Krieg der Sterne proben – mit dem „Star Wars Program“. Daneben werden die drei Teleskope auch zivil genutzt: zum Studium der Sonne.

Der Haleakala-Nationalpark beschränkt sich nicht auf die Gipfelregion, sondern erstreckt sich bis zur Küste von Kipahulu. Der südöstliche Teil mit dem Kipahulu-Tal ist nur zu Fuß erreichbar. 48 Kilometer markierte Wege durchziehen den Nationalpark. Karten. Karten und Broschüren gibt es beim Park Ranger Headquarter und im Visitor Center.

Schöne Ausblicke auf das Keanae Tal und Koolau Gap bietet auf zwei Kilometer der Halemanuu Trail vom Highway zum Kraterrand. Der Hosmer Grove Nature Trail, ein 500 Meter langer Lehrpfad, erläutert das Zusammenspiel von einheimischen und fremden Pflanzen und Tieren. Vom Visitor Center führt ein Weg auf einem halben Kilometer hinauf zum White Hill.

Als Tagestour durch den Krater eignet sich der Halemanuu Trail, der als 13 Kilometer lange Stichstrecke zur Holua Hütte führt. Nur geübte Wanderer sollten auf dem Sliding Sands Trail in den Krater steigen. Zurück geht auf dem Halemanuu Trail. Für den 21-Kilometer-Trip braucht man rund acht Stunden. Während der Sommermonate bieten Park Ranger geführte Wanderungen entlang des Krater-Randes an. Die rund drei Kilometer langen Touren dauern je nach Strecke bis zu drei Stunden.

Unterwegs auf Hawaii: weidende Rinder bei Kaupo auf Maui

Waimea-Canyon/Kauai

Die 19 Kilometer lange Schlucht, die der Waimea Poomau im Laufe der Jahrtausende schnitt, wird als „Grand Canyon of the Pacific“ gerühmt. Der Höhenunterschied vom Kraterrand bis zum mäandrierenden Flußlauf beträgt stellenweise bis zu 1200 Meter. Der Canyon zerfällt in drei Bereiche: den Poomau Canyon im Norden, den Koaie Canyon in der Mitte und den Waialeale Canyon im Süden.

Am Waimea Canyon Lookout, dem ersten offiziellen Aussichtspunkt entlang der Panoramastraße, drängeln sich die Touristen auf zwei Terrassen, blicken aus 951 Meter und 871 Höhe auf den Talboden, die zerfurchten Hänge und versuchen, die wilden Ziegen zu füttern, die abseits von Felsvorsprüngen auf die Besucher hinabäugen. Einmalige Ausblicke eröffnen die beiden, 1109 Meter hoch liegenden Terrassen des Puu Hinahina Lookout: Vom Canyon zum Kaulakahi Channel und bis zur Insel Niihau. Zahlreiche Trails führen die Schlucht hinab. Der

Koaie Canyon Trail beginnt am Kaluahaulu Camp, verläuft entlang der Südseite des Koaie-Canyons und führt vorbei an mehreren Bademöglichkeiten im Waimea-Fluß hin zum Lonomea-Camp. Der Kukui Trail steigt steil die Westseite des Waimea-Canyon hinunter.

Wildes Hawaii: Die Blumenpracht im Garten des Waioli-Missionshauses von Hanalei auf Kauai

Kokee State Park/Kauai

Gen Landesinnern geht der Waimea Canyon in den 1878 Hektar große Kokee-Naturpark über, ein typisch hawaiianischer Wald mit Ohia-und Kukui-Bäumen, wildwachsenden Guaven- und Mangobäumen, Lianen und Orchideen. Mitten im Bergwald liegt die Kanaloahuluhulu-Wiese. Alljährlich im Mai wird hier Eo E Emalanai I Alakai,ein historisches Festival zu Ehren der hawaiianischen Königin Emma gefeiert – mit Theateraufführungen, Hula-Tänzen, Musik und Tanz. Das 1953 gegründete Kokee Natural History Museum informiert anschaulich über die Erdgeschichte des Canyons, Flora und Fauna der Region und warnt vor ökologischen Folgen einer falschen Entwicklungspolitik, die die Natur Kauais immer stärker zu zerstören droht. Die Mitarbeiter des Museums sind wichtigste Anlaufstelle für Informationen über den Zustand des rund 70 Kilometer langen Wandernetzes im State Park. Der kleine Museumsladen vertreibt Karten, Naturführer und Souvenirs.

Wanderungen

• ab Halemanu Road

Cliff Trail: Der Fünf-Minuten-Weg führt zu einem Aussichtspunkt am Waimea Canyon. Dort besteht Anschluß an den Canyon Trail. Der anstrengende Wanderweg führt auf drei Kilometer Länge an der Abbruchkante des Canyons vorbei an den Waipoo Falls zum Kumuwela-Aussichtspunkt, dessen Panorama vom Canyon hin zum Meer reicht.

Halemanu-Kokee-Trail: Knapp drei Kilometer (eine Strecke) lang ist diese leichte Wanderung durch Ohia-und Koa-Wald.

• ab 17 Miles-Marker Parkplatz

Nualo Cliff Trail: Der vier Kilometer lange Klippenweg mit wunderschönen Ausblicken in das Nualolo-Tal verbindet den Nualo Trail mit dem Awaawapuhi Trail. Wer die drei Wanderwege als Rundtour laufen möchte, hat anstrengende 20 Kilometer vor sich.

Awaawapuhi Trail: Die wohl schönste und gut markierte Kurztour führt als Stichstrecke zu den Klippen des Ingwer-Tales. Hin geht es 550 Meter bergab – mit meist sanftem Gefälle – durch Ohia-Bergwald. Die gelben Früchte der Guaven lassen sich hier und da pflücken, da säumen wieder meterhohe Baumfarne, die lila Lilikoi (Passionsfrucht)-Blüten oder verholztes Buschwerk den Weg. Der Pfad stößt schließlich auf den Nualolo Cliff-Trail. Von dort sind es nur wenige hundert Meter weiter zu einem Aussichtspunkt hoch oberhalb des Awaawapuhi-Valley, des Ingwer-Tales. Zurück geht es kontinuierlich bergauf – ein nicht schwieriger, aber schweißtreibender Weg , besonders bei der feuchttropischen Wärme.

Nualolo Trail: Nahe der Kokee-Lodge beginnt der sieben Kilometer lange Wanderweg, der mit 500 Meter Gefälle zur oberen Talkante des Nualolo-Tales führt.

Kauapuhi Trail: Der Pfad ist im Hochsommer überlaufen – Familien mit Kindern pilgern auf ihm zu einem Gebiet, in dem wilde Pflaumen wachsen. Der knapp vier Kilometer lange Pfad beginnt etwas oberhalb des 17-Meilen-Schildes am Highway.

• ab Camp 10/Mohihi Road

Alakai Swamp Trail: Die Hochfläche des Alakai, ein riesiges Sumpfgebiet, wird vom Alakai Swamp Trail nur am Rande berührt – das Gebiet ist so vermoort, das es nicht begehbar ist. Der Wanderpfad verbindet auf sieben Kilometer Länge das Camp 10 an der Mohihi Road mit dem Kilohana-Aussichtspunkt am Wainiha Pali.

Pihea Trail: Der kurze Wanderweg ist das Ergebnis eines Scheitern: Ursprünglich sollte von hier aus der letzte wilde Winkel Kauais für den Verkehr ausgebaut werden – und eine Straße auch die 55 Kilometer lange, unberührte Na Pali Küste erschließen. Die Pläne für das Mammutprojekt, das ein ökologisches Desaster ausgelöst hätten, wurden gekippt . Übrig blieb ein drei Kilometer lange Pfad, der vom Puu O Kila Aussichtspunkt mit Ausblicken auf das Kalalau-Tal hin zum Kawaikoi Stream Trail führt.

Kawaikoi Stream Trail: Der Rundweg folgt im großen Bogen dem Fluglauf: Vom südlichen Ende nahe des Sugi Grove Zeltplatzes geht es nach Norden, zunächst entlang des Flusses, dann durch Wald.

Na Pali Küste/Kauai

Die malerische Felsküste, als Na Pali Coast State Park unter staatlichen Schutz gestellt, ist nicht erschlossen. Lediglich ein 20 Kilometer langer Wanderweg, der Kalalau Trail, führt in zwei Tagesetappen zu den entlegenen Dörfern in den Tälern der Na Pali Küste. Der alte Pfad der Landbevölkerung läßt sich in drei Abschnitte teilen: Kee Beach – Hanakapiai: vier Kilometer, Hanakapiai – Hanakoa: sieben Kilometer, Hanakoa – Kalalau Valley: neun Kilometer. Die meisten Besucher erleben die Felsküste vom Boot oder vom Helikopter aus.

Moomomi/Molokai

17 Kilometer westlich der Kalaupapa Peninsula liegt das Paradies: Moomomi Bay, einer der letzten unberührten Sanddünen-Regionen auf Hawaii. Seeschildkröten legen hier in Sandnestern ihre Eier ab, Gräser und Sträucher, die vom Aussterben bedroht sind oder sonst nirgendwo auf der Welt mehr existieren, haben hier – noch – ein natürliches Refugium: 104 Pflanzen, die in den USA auf der roten Liste der bedrohten Pflanzen stehen, ebenso 22 einheimische Pflanzen – die rosablühende „Hinahina“ und die gelbgraue „Ena’ena“.

Moomomi ist eine rauhe Schönheit, sandig, trocken, einsam. Damit es zukünftig so bleibt, kaufte 1988 die Nature Conservancy 920 Morgen Land zwischen Molokai Ranch und Moomomi Beach. Einmal im Monat bieten Ranger der Nature Conservancy geführte Touren durch die Dünenlandschaft an (Info: 553-52 36). Auf ihrem Weg kommen sie an einer flachen Höhle vorbei. Drinnen liegt eine Sensation aus Stein: ein 25.000 Jahre altes Skelett einer inzwischen ausgestorbenen Gans, die einst am Strand ihre Eier ablegte. Inzwischen haben Forscher hier weitere Versteinerungen von Vögeln gefunden: Ibis, Eule und Adler.

Halawa Valley/Molokai

Am Ende der Küstenstraße gen Osten liegt der Ausgangspunkt für Touren in das unwegsame Innere und die Nordküste von Molokai: das Halawa Tal. Bevor der Highway in Kehren hinab führt, bietet sich in einer Linkskurve ein weiter Blick auf die Halawa Bay mit ihrem geschwungenen, schmalen Strand, dem leicht mäandrierenden Fluß und dem Moaula-Wasserfall am Ende des Halawa-Tales. Mitte des 18. Jahrhundert leben rund 500 Bauern im Tal, die die Insel mit Taro, Wassermelonen und tropischen Früchten belieferten. In drei Heiaus dankten sie ihren Göttern, in zwei Heiligtümern mit Menschenopfern.

Die Idylle am Ende der Insel endete am abrupt: 1946 überschwemmte eine mächtige Tsunami das gesamte Tal, spülte die Häuser fort, zerstörte die Felder. Was stehenblieb, riß 1957 eine zweite Tsunamiwelle mit. Heute leben noch sieben Familien im Halawa-Tal. Jeden Sonntag besuchen sie den Gottesdienst in der kleinen Kirche. Hier beginnt auch der Moaula Falls Trail, die wohl beliebtesten Wanderstrecke von Molokai. Ohne große Steigungen geht es vorbei an Bananenstauden und Mangobäumen in einer Stunde zum 80 Meter hohen Moaula-Wasserfall mit seinem zehn Meter breiten Becken, in dem sich jung und alt, Mensch und Hund gemeinsam von der Hitze erholen. Tierisch ist auch der Name des vier Kilometer langen Trails, der von der roten Färbung des Wasser herrührt – Moaula bedeutet „rotes Huhn“.

Achtung: Der Weg sollte nicht nach starken Regenfällen begangen werden. Der Bach schwillt dann zum reißenden Strom an, der Pfad verwandelt sich zur einer schlammigen Rutschbahn. Mehrere Hiker sind hier bereits tödlich verunglückt.

Kamakou-Schutzgebiet/Molokai

Der Kamakou, mit 1515 Meter höchste Erhebung Molokais, ist Mittelpunkt eines 2774 Morgen großen Naturschutzgebietes. Seit 1982 stehen mehr als 250 einheimische, von der Ausrottung bedrohte Pflanzen und Vögel unter staatlichem Schutz – so sind nur noch hier zwei Vögel zu finden, die im übrigen Hawaii ausgestorben sind, der Molokai creeper und der Molokai trush.

Das Naturschtuzgebiet, für das die Molokai Ranch ihr Land an das Nature Conservancy of Hawaii abtrat, sichert auch das Überleben der Menschen: Der tropische Regenwald rund um den Kamakou liefert mehr als die Hälfte des Süßwassers von Molokai. Dem Gipfel wurden göttliche Kräfte zugeschrieben. Hawaiianische Frauen wanderten nach der Entbindung mit ihrer Nachgeburt hierher hinauf, um sicherzustellen, daß auch ihr Kind einmal herausragende Größe erreichen würde.

Die Wanderwege durch den tropischen Regenwald des Kamakou Preserve sind meist sehr feucht. 1000 moorige Meter bietet der Pepeopae-Trail. Der hölzerne Plankenweg erschließt trockenen Fußes den „pepeopae“, den Morast, den jährlich 60 Zentimeter Niederschlag mit nassem Nachschub versorgen.

Weniger attraktiv und weitaus schlammiger ist der zwei Kilometer lange Hanalilolilo-Trail. Am Kreuzpunkt von Hanalilolilo und Pepeopae-Trail führt ein kurzer Weg hinauf zu einem Aussichtspunkt mit weitem Blick auf das Pelekunu-Tal. Einmal im Monat werden geführte Wanderungen durch Naturschutzgebiet angeboten (Info: Tel: 567-6680, Molokai Preserves Manager, Kualapuu).

Dieser Beitrag ist im Hochschul-Magazin „UniCUM“15 sowie 1994 in veränderter Form im „Reisefieber“ aus dem Hayit-Verlag erschienen. Der gleiche Verlag veröffentliche auch meinen Hawaii-Reiseführer in der Reihe „Preiswert Reisen“.

Die schönsten Strände von Hawaii: Polihale Beach auf Kauai

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