Opale – die Feuersteine von Down Under

Coober Pedy, Lightning Ridge, White Cliffs und Andamooka: Ortsnamen, die die Augen von „Gougers“ zum Leuchten bringen – Opalgräbern. Mit Spitzhacke, Bohrer und unermüdlichem Eifer entreißen sie die funkelnden Feuersteine dem harten Fels. 95 Prozent aller Qualitäts-Opale weltweit stammen aus diesen vier Orten im australischen Outback.

Der deutsche Geologe Johann Menge entdeckte 1849 die ersten Opale in South Australia, 1887 stolperte das Pferde eines Kängurus-Jägers in White Cliffs/New South Wales über den Halbedelstein. Zunächst versteckte der Mann den Fund in den Satteltaschen – der Stein galt im britischen Empire als Unglücksbote.

Australiens ältestes Opalfeld

Dennoch verbreitete sich die Nachricht vom Fund wie ein Lauffeuer. Nach weiteren Funden in Victoria und Queensland war die Gier der Glücksritter nicht mehr aufzuhalten. Am 21. März 1890 erhielt George J. Hooley in White Cliffs die erste Schürflizenz. „The Blocks“ ist damit Australiens ältestes Opalfeld.

White Cliffs: ein Opal-Claim. Foto: Hilke Maunder
White Cliffs: ein Opal-Claim. Foto: Hilke Maunder

Manch ein Schatzsucher wird binnen Tagen zum Millionär. Andere rackern sich ein Leben lang vergeblich ab, andere wiederum schürfen nur zum Zeitvertreib. Ross Jones hat sich auf „Noodeling“ spezialisiert und durchsucht Abraumhalden nach Opalsplittern. In Lightning Ridge gelang einem solchen „Noodler“ vor wenigen Jahren ein Glücksfund. Im Abfall lag ein 80 Gramm schwerer schwarzer Opal bester Qualität. Die Opalstadt in New South Wales ist weltweit die einzige bedeutsame Fundstätte für die seltenen schwarzen Opale, die wie ein Feuerwerk am Nachthimmel funkeln.

Der Fossicking-Profi

Selbst nach den Steinen zu schürfen wird „Fossicking“ genannt. Ein weltweit anerkannter Profi ist Ron Foord. Auf hintereinander gehängten, frei schwingenden Eisenleitern klettert der 58-Jährige zehn Meter tief in seinen Schacht. Sein Arbeitsplatz: eine drei mal vier Meter große Öffnung, meist nur 1.60 Meter hoch. Sein Werkzeug: Stemmeisen und Hammer. „Das Gestein ist extrem hart, wie Beton.“

White Cliffs: Digger Ron Foord. Foto: Hilke Maunder
Digger Ron Foord. Foto: Hilke Maunder

Dennoch ist der gelernte Schlachter mit seinem Claim mehr als zufrieden. Bereits am ersten Tag hat er dort Kristall-Opale gefunden. „Eigentlich wollte ich nur vier Jahre bleiben – jetzt sind es schon 32“, erzählt Ron und leuchtet mit seiner Taschenlampe die Felswand entlang. Schmale Adern, wenige Millimeter hoch, funkeln in Grün und Blau. Mit konzentrierter Vorsicht bricht der Schürfer die Opale aus dem Kalkstein. „Ideal für Doubletten“.

Opale als Schmuck: So erkennt ihr die Qualität

Geschliffen, mit schwarzem Onyx oder einer Opalschicht ohne Einschlüsse unterlegt und in Silber gefasst, liegen sie als Ohrschmuck, Ring oder Kettenanhänger in den Vitrinen seines Shop „Top Level Opals“. Preiswerter sind „Triplets“, bei denen ein zusätzliches Quarztop das Farbenspiel der hauchdünne Opalschicht auf der hellen oder dunklen Trägerschicht verstärkt.

Gestützt mit Exporten nach Europa und Japan, haben Ron und seine Frau Donna ihr Auskommen gefunden. In ihrem Dugout, der selbst gegrabenen Höhlenwohnung, dominieren Designermöbel und High-Tech. Drinnen herrschen konstant 22 Grad, draußen lassen die Geranien trotz regelmäßigen Gießens bei 40 Grad im Schatten ihre Köpfe hängen.

Opale in ihrer schönsten Form: Stefano Trigatti fertigt mit Perlen daraus exklusiven Schmuck. Hier: ein großer Opal aus Cooper Pedy. Foto; Hilke Maunder
Ein großer Opal aus Cooper Pedy. Foto; Hilke Maunder

80 Prozent aller Kristallopale, in denen die leuchtenden Gelb-, Grün- und Rotpartikel wie in transparenten Alabaster eingebettet sind, werden in Coober Pedy gefunden. In der größten Opalstadt der Welt konkurrieren Glücksritter aus allen Nationen mit professionelle Unternehmen, die mit turmhohen Spezialbohrern ein Loch von rund einem Meter Durchmesser bohren, das Bohrgut auf seine Opalhaltigkeit untersuchen und sortieren.

Verspricht der Bohrbefund Erfolg, wird mit einer Gesteinsfräse ein Querstollen geschnitten und das anfallende Material mit einem riesigen Saugrohr nach oben befördert. Unter UV-Licht werden die Felsbrocken gesichtet und die Opale aussortiert.

Hauptstadt der Opale

Die opalführende Schicht, oft nur wenige Zentimeter dick, bewegt sich in Coober Pedy rund zehn bis 15 Meter unter der Oberfläche. Schauminen wie die Old Timer’s Mine und die Umoona Opal Mine verraten, wo und wie Opale gefunden und abgebaut werden. Rings um die zigtausend ungesicherten Minenschächten – Vorsicht, sondern landet man wirklich down under ! – boomt der Opaltourismus: Opalschleiferein, Opal-Schnitt-Demonstrationen und unzählige Juweliere, die mit Tax-Free beim Kauf von Opalschmuck locken.

Opale: Hochburg im Outback von Südaustralien: Coober Pedy. Foto: Hilke Maunder
Opalhochburg im Outback von Südaustralien: Coober Pedy. Foto: Hilke Maunder

Auf einem Hügel thront The Big Winch, die große Winde, und bietet nicht nur die größte Ausstellung von Opalen, sondern auch die beste Aussicht auf die Opalstadt, deren einziger Baum sich ebenfalls auf dem Hügel erhebt: Er wurde aus Alteisen zusammen geschweißt.

Ein Leben unter Tage

Auch in Cooper Pedy flüchteten die Bewohner vor der Hitze in den Untergrund. Sie bauten ihre Kirchen Catacomb Church und St. Peter and Paul unter Tage, bummeln durch die Underground Gallery des Desert Cave Hotels und stöbern im Underground Bookshop von Peter Caust, einem ambitionierten Fotografen, der in Coober Pedy hängen blieb. Droben auf dem Friedhof ruhen die Gebeine des deutscher Opalschürfers Karl Pratz. Als Grabstein dient ein Bierfass – „Have a drink on me“ lädt es ein – die Digger im Opal Inn sind seiner Aufforderung längst nachgekommen.

Opale. Eine Abraumhalde als Aussichtspunkt: Coober Pedy. Foto: Hilke Maunder
Eine Abraumhalde als Aussichtspunkt: Coober Pedy. Foto: Hilke Maunder

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