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Paronella Park: Märchenschloss im Regenwald

Paronella Park in Nordqueensland

JJosé Pedro Enrique Paronella erbaute Paronella Park.

Er war ein Immigrant wie viele andere, die 1913 ins Land kamen, um auf den Zuckerrohrfeldern von Nordqueensland zu arbeiten: José Pedro Enrique Paronella (1887 – 1948). Von seinem kargen Lohn kaufte er sein erstes Land, verkaufte es mit Gewinn, erwarb andere Farmen, verkaufte sie wieder – und war, 34 Jahre jung, ein reicher Mann. Reich genug, um die 22-jährige Margarita Soler zu heiraten und Land für die rasch wachsende Familie zu kaufen: fünf Hektar Regenwald am Mena Creek, direkt am Wasserfall.

Die Vision des Immigranten

Doch erst zwei Jahre später, nach zig Rechtsproblemen, könnte er das Areal zum Preis von 120 Pfund erwerben und seinen lang gehegten Traum Wirklichkeit werden lassen: einen Vergnügungspark in der Wildnis rund um ein spanisch inspiriertes Schloss mit damals modernstem Komfort – fließend Wasser im Haus und elektrischem Strom.

Spaniens Alhambra war Vorbild

Mit dem Sand des Flussbettes mischten sie den Zement und formten per Hand als erstes eine Treppe, die den steilen Hang mit hohen Stufen erklimmt. Nach Vorbild der andalusischen Alhambra schufen José und seine Frau mit ihren Helfern eine Gartenanlage mit Wohnhaus, Schloss, Café mit Ballsaal, Tennisplätzen, Kino, Umkleideräumen, Springbrunnen, Fontänen und Wasserfällen, Bambuswald, Kauri-Allee und Lover’s Lane.

Eine technische Meisterleistung ist das Wasserkraftwerk, 1933 das erste seiner Art in Nord-Queensland. 2012 renoviert, versorgt es noch immer Paronella Park mit Strom.1935 eröffnete der Vergnügungspark. Es gab Filmvorführungen und Tanzabende, man badete und picknickte am Fluss, spielte Tennis, tanzte, flanierte und flirtete.

Neues Leben für Paronella Park

Feuer, Fluten und Zyklone setzten der Anlage immer wieder zu; auch erwies sich das verwendete Baumaterial recht bald sich schon als nicht tropengerecht. Der selbstgemischte Zement litt unter den Tropenregen, schwarzer Schimmel bemächtigte sich der hell geputzten Fassade.

So zeigt sich Patronella Park heute mehr denn je als das, was es immer war: die Vision eines Spanish Dreamer, wie Lena Deighton in ihrer Biographie den Katalanen nennt. 1993 erwarben Judy und Mark Evans die Ruine im Regenwald – und hauchten mit ihrem Zehnjahresplan Paronella Park neues Leben ein. Garten und Gebäude wurden behutsam restauriert.

Heute gehört Paronella Park zu den Touristenmagneten der Region und ist laut RACQ die Topattraktion von Nordqueensland. Im dichten Takt starten Führungen am Eingang, am Fluss wird wieder gepicknickt, und in Margarits Cottage Cream Tea mit hausgemachten Scones serviert.

Naturparadies am Creek

Einzigartig ist neben dem baulichen Erbe auch die Natur der Parkanlage: Im Creek tummeln sich Aale und Schildkröten, blaue Odysseusfalter flattern durch das Grün, rosa leuchtend Lotus auf einem Wasserbecken. Mehr als 7.000 Bäume hatte José zu Lebzeiten gepflanzt.

88 Pflanzenhighlights der Tropen stellt ein kostenloser Pflanzenführer vor. Nachts ist Paronella Park besonders romantisch; dann setzt sanftes Licht die Gebäude und den Wasserfall in Szene.

Wer es erleben will: Im Eintrittspreis ist die Übernachtung auf dem hauseigenen Caravanpark, zu dem auch kleine Donnas (Schlafhütten) gehören, inklusive, zudem ist die Eintrittskarte zwölf Monate lang gültig.

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