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Geologische Zeitreise: die Undara Lava Tubes

Spannender Nationalpark auch unter der Erde: die Undara Lava Tubes

Queensland vor 190.000 Jahren: Im Outback blubbert und kocht die Erde. Aus dem Undara und anderen, bis zu 1.000 Meter hohen Schildvulkanen gleitet ganz langsam heiße Lava zu Tal und bahnt sich ihren Weg. Wo sie erkaltet, verwandelt sie sich in ein poröses Gestein: Basalt.

Es setzt sich auf dem Grundgestein Granit ab. Während der Regenzeit dringt durch die Poren des Basalts das Wasser und bildet einen riesigen unterirdischen See auf dem wasserundurchlässigen Granit. Bis heute liefert er das Trinkwasser für Undara, Mount Surprise und andere kleine Orte und Viehfarmen.

Dennis, mein Guide im Undara Lava Tubes National Park„But that’s not what so special around here“, sagt Dennis, unser Savannah Guide, nimmt einen Basaltbrocken in die Hand und steigt mit uns einige Treppenstufen hinab in eine Senke. Mit jedem Schritt weicht das trockene, struppige Buschland einem Gewirr von Luftwurzeln und Lianen.

Spannender Nationalpark auch unter der Erde: die Undara Lava TubesDas dichte Blätterdach der Moreton Bay Figs und anderen Jahrhunderte alten Feigenbäumen nimmt das Licht: „trockener“ Regenwald, mitten in der Savanne. Plötzlich stehe ich vor einer großen Höhle: dem Archway – eine mehr als 300 „lava tubes“, die bislang im Undara-Nationalpark entdeckt wurde.

69 diese Lavaröhren sind zugänglich, acht von ihnen lassen sich im Rahmen von Führungen bei einer „Undara Experience“ begehen. Da die Röhren vor der Gründung des Undara-Nationalpark sich auf dem privaten Farmgelände von Gerry Collins befanden, wurden ihm für 75 Jahre die exklusiven Rechte für die touristische Nutzung der Röhren zugesprochen. Im Laufe der Jahrzehnte hat Gerry mit seiner Familie – die vierte Generation ist am Ruder – eine ganze Outback-Erlebniswelt um die Röhren aufgebaut.

Originelles Speise-Ambiente: die Eisenbahnwaggons der Undara Lava Tubes

Weithin sichtbar sind die Eisenbahnwaggons, die heute als Doppelzimmer und „Dining Cars“ dienen – in jedem Abteil könnt ihr zu sechs ganz nostalgisch schlemmen. Auf der Karte: Känguru-Filet, Steaks, Burger, Salate, Schweinebraten, Huhn und vegetarische Curries. Ebenfalls in einem rostbraunen Eisenbahnwaggon residiert die Rezeption, wo Touren, Zelt- und Caravanplätze gebucht werden könnte.

Originelle Unterkünfte: die Eisenbahnwaggons der Undara Lava Tubes

Gleich daneben findet ihr eine „Camp Kitchen“, perfekt ausgestattet mit BBQ, Mikrowelle, Toaster und Wasserkessel – ein kostenloses Angebot für Tages- wie Übernachtungsgäste. Auf dem Ästen ringsum schauen aufmerksam Kookaburras zu, ob sie nicht einen Happen ergattern können.

Vor jeder Wanderung im Undara Lava Tubes Nationalpark: die Registrierung der WandererAn der Rezeption beginnen auch mehrere markierte Wanderwege. Auch, wenn ihr nur einen Tag bleibt, solltet ihr zum Atkinson Lookout laufen – der 3,8 km lange Trail mit weißer Markierung führt sanft ansteigend durch den Busch hin zu einer Gruppe rot erodierter, glatt polierter Granitfelsen, von denen sich aus tolle Ausblicke gen Süden auf The Granites und Racecourse Hill eröffnen.

Wanderland: der Undara Lava Tubes National Park

Im Dunkel der Nacht beginnt um acht Uhr das kostenlose Unterhaltungsprogramm für alle Gäste – mal steht ein „Sing-along“ am Feuerplatz im Busch auf dem Programm, dann Erläuterungen zu Termiten oder zum Sternenhimmel.

Da die Touren völlig überteuert sind, Campground und Laundry aber günstig und die Bush Walks gratis, wird es richtig lohnenswert, wenn man nicht nur die Tour macht, sondern sich etwas länger aufhält.

Spannender Nationalpark auch unter der Erde: die Undara Lava Tubes

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