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Pubs: Kontaktbörsen im Nirgendwo

Untrennbar mit dem Leben im Outback verbunden sind die Pubs, ein Erbe aus dem britischen Mutterland. Nach einer Woche harter Arbeit setzt sich bis heute das Gros der Landbevölkerung in ihren Wagen und fährt, manchmal Hunderte von Kilometern – zur nächsten Pinte, um einmal unter Menschen zu sein und sich den Staub aus der Kehle zu spülen.

Die Saufgelage am Wochenende sind nur bedingt für Frauen geeignet – denn der tief verwurzelte Chauvinismus der „Ocker“, der bierbäuchigen Machos, ist im Outback noch immer weit verbreitet. Der Kneipenbesuch mit Freunden ist ihnen heilig – ihre Frau darf als „Sheila“ daheim am Herd stehen. Stadtmenschen indes blicken mitunter etwas irritiert auf die von der Bar baumelnden BHs.

Der Daly Waters Pub. Foto: Hilke Maunder

In the middle of nowhere

Legendär ist vor allem der Daly Waters Pub 910 km nördlich von Alice Springs, der 1893 zunächst als Geschäft entlang der Bahnstrecke, um 1930 dann zum Hotel für die Crew und Passagiere internationaler Qantasflüge nach Singapur umgebaut wurde, die hier auf halber Strecke landen und auftanken mussten. Den Schankraum schmücken Dinge, die frühere Besucher zurück gelassen haben – selbst Hand signierte Slips fehlen nicht.

 

Authentisch ist auch das Barrow Creek Hotel 250 km nördlich von Alice Springs. Dieser Pub besitzt noch eine echte Bush Bank. Mit Unterschrift und Datum stecken die Gäste ihre Geldscheine an die Wand hinter der Bar – als Guthaben für die Drinks beim nächsten Besuch. Auch das Humpty Doo Hotel 45 km südlich von Darwin hat sich seit der Eröffnung 1970 kaum verändert.

Der rustikale Pub von Grove Hill 150 km südlich von Darwin wurde vor wenigen Jahren von einem Tierarzt aus Darwin originalgetreu im alten Stil restauriert – mit dem einzigen Zugeständnis, dass es jetzt fließend Wasser und Strom aus dem Netz gibt.

Was die Besucher des Daly Water Pubs so alles zurücklassen.. Foto: Hilke Maunder

Genau auf halbem Weg zwischen Alice Springs und Adelaide liegt eine andere Outback-Ikone, das William Creek Hotel. 1887 als Servicestation für den „Ghan“ errichtet, ist es heute Hauptarbeitsgeber vor Ort: sechs der elf Einwohner arbeiten hier an der Bar, die neben Geldscheinen Berge von Visitenkarten schmücken. Eine Besonderheit ist „Big Berta“ – im riesigen Büstenhalter werden Spenden für die „fliegenden Ärzte“ gesammelt.

Zu den südaustralischen Ikonen gehört das historische Prairie Hotel in Parachilna, das „feral food“ vom Feinsten serviert: Känguru, Emu, Krokodil und Barramundi, garniert mit Früchten, Kräutern und Gewürzen aus dem Busch. Wie landestypische Gerichte auch aussehen können, zeigt der Pub von Blinman it seinem Sieben-Gänge-„Menü“: Meatpie und ein Six-Pack Bier.

Hotel ohne Betten

Viele der berühmten Outback-Pubs tragen bis heute die Bezeichnung „Hotel“ – und errinern mit ihrem Namen noch an die Zeit, als der Alkoholausschank nur gestattet war, wenn der Wirt auch ein Bett unter seinem Dach bereit hielt. Thekengetränk ist das Bier, Wein gilt als Weibergesöff. „Cold one“ heißt die Order.

Kalt muss die „Stubbie“ sein, die Bierbüchse im Styroporring gegen die Hitze. Auch die Gläser stehen im Kühlschrank. Im urigen Blue Heeler Hotel von Hyrnuna am Matilda Highway in Queensland wurde 1891 sogar Champagner durch das Fenster gereicht. Damit sollten damals die streikenden Schafscherer besänftigt werden…

Das Lions Den Hotel, der Pub am Bloomfield Track. Foto: Hilke Maunder

Namensgeber der legendären Kneipe war ein australischer Hütehund, der an der einst an der Schwingtür gewacht haben soll – und die Gäste nur passieren ließt, wenn sie ihn mit einer Dose Bier günstig gestimmt hatten. Und wenn sie spätnachts noch nach Hause wanken mussten, schlief der Blue Heeler bereits seinen Rausch aus.

Doch wie lamentierte Dusty Slim 1957? „There is nothin’ so lonesome, so dull or so drear, than to stand in the bar of a pub with no beer“ – und landete mit seinem Song „A Pub With No Beer“ einen Welthit. Seine Kneipe gibt es tatsächlich: in Taylors Arm bei Bellingen an der Nordküste von New South Wales.

Mittlerweile hat der Pub with no Beer jedoch eine eigene Brauerei – süffige Ales, dunkle Porter und helle Pilsner-Biere, traditionell handgebraut von Murray’s Craft Brewing, sorgen jetzt dafür, dass der Pub with no Beer zum Pub with Own Beer wurde – und sogar einen „Grand Cru“ auf dem Thekenmenü führt.

Bier und Burger: das beliebteste Mahl im Lions Den Hotel. Foto: Hilke Maunder

Middy, pot und schooner

Jeder Bundesstaat hat übrigens eigene Bierglasgrößen. So fasst ein „schooner“ in New South Wales 425 ml, in South Australia 285 ml. In Sydney wird solch ein Bierglas mit 285 ml „middle“ genannt, in Brisbane „pot“ und in Hobart „ten ounce“. Nur beim Jug bekommen Biertrinker zwischen der Torres-Strait im Norden und Tasmanien im Süden stets die gleiche Menge Gerstensaft – 1140 ml. Cheers!

Dieser Beitrag ist 2013 in meinem Blog „Walkabout Australien“ erschienen, der mittlerweile in ReiseSchreibe aufgegangen ist. 

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Schlangen, ausgestellt im Lions Den Hotel am Bloomfield Track. Foto: Hilke Maunder

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