2004AustralienNew South Wales

Sydney: Life is a Beach

„Life is a beach“, sagen die Syneysider und surfen lässig durchs Leben. In der australischen Metropole, in der Boards die Bretter der Welt bedeuten, prägen drei Dutzend Strände das Lebensgefühl.

Beständige Brandung, goldgelber Sand, zerklüftete Klippen, sportgestählte Körper: Die Postkarten des Zeitungskiosks am Circular Quai sind eine einzige Hommage an Bondi Beach. Sydneys berühmtester Strand gilt als Verkörperung des australischen Lebensstils.

Bereits 1890 entflohen die Sydneysider mit der Straßenbahn dem Staub und der Hitze der Stadt, bestaunten im Aquarium die Unterwasserwelt und stiegen am Abend in die Fluten: Noch vor 100 Jahren war das Baden erst nach Einbruch der Dunkelheit erlaubt.

In den 1930er-Jahren war der Strand mit Liegestühlen übersät, drängelten sich die Besucher auf der Campbell Parade. Um 1960 begann Bondis Abstieg. Die alten Gebäude an der Uferpromenade verkamen, der Strand verwahrloste. Seit den 1990er Jahren jedoch erlebt „Bondai“ eine Renaissance. Es ist wieder schick, hier zu wohnen: den Beach vor der Tür, das Büro im nahen CBD.

Rund um die Campbell’s Parade, die ihren verlotterten Charme bewahrt hat, sind heute trendige Cafés zu finden. „Sean’s Panorama“ serviert luftig-leichte Pancakes, Luxus-Porridge und Fruchtsäfte samt Meerblick zum Frühstück; das winzige „Squeeze“ in einem Häuserspalt am Strand schnelle Power-Drinks für Surfer. Schon rollte die nächste Welle an, ein mächtiger Brecher für wagemutige Ritte.

Das Fernglas um den Hals, die gelbrote Mütze auf dem Kopf, beobachten kernige Life Saver scheinbar unbeteiligt das Treiben am Strand. Die Mitglieder des 1906 gegründeten Rettungsschwimmer-Clubs mit ihren bunten Booten sind das Wahrzeichen von Bondi. Ihre berühmten Badehosen mit dem Strand-Schriftzug gibt es beim „North Bondi Life Saving Club“ auch für Nichtmitglieder.

Fürs perfekte weibliche Styling am Strand sorgt seit 1961 Bikini Island. Der Kult-Shop am Bondi Beach führt neben den angesagten australischen Labels eine eigene Kollektion von Häkelbikinis im Stil der 1960er Jahre. Schrill, bunt, poppig und frech sind die Surf-Outfits der australischen Hip-Marke Mambo.

Weiter gen Süden werden die Strände kleiner, verstecken sich zwischen kleinen Landzungen. Ein gesicherter Küstenpfad folgt den Sandsteinklippen zum ruhigen Tamarama Beach, weiter nach Bronte und hin am Waverly Cemetery, für viele Sydneys schönster Friedhof. Blendend weiß thronen die Grabstätten auf dem schroffen Fels hoch über der Brandung. Unwirklich, der Welt entrückt. Noch weiter südlich folgen Lady Bay, der nahtlose Bräune gestattet, und Camp Cove, der nur topless zulässt.

Ist die Strömung zu stark, Sturm angesagt oder die Brandung zu heftig, baden die Sydneysider in „rock pools“, in den Fels gehauenen Meeresschwimmbecken. Ab und zu schiebt der Pazifik einen Brecher über den Beckenrand. Dann halten sich die Badenden am weißen Holzgeländer fest und lassen den Blick über eine Symphonie in Blau gleiten: hellblau der Himmel, leuchtend türkis der Pool, tiefblau der Pazifik.

An der Landzunge bei Coogee entstand Wylie’s Bath in einer Aushöhlung im Felsen. Auf Pfählen gestützt, kleben die Sonnendecks an den Klippen. 1911 fanden hier die ersten Schwimmmeisterschaften statt. Zugelassen waren auch Frauen, ein Novum in der damaligen Zeit.

Nördlich von Manly setzen sich die breiten, schönen Sandstrände bis nach Queenscliff, Collaroy und Narrabeen fort. Erst hinter Mona Vale sind die Badebuchten kleiner, einsamer und schwerer zugänglich. Bungan Beach nur über Fußpfade zu erreichen, Bilgoa liegt versteckt unter dem Barrenjoey Rock.

Den Weg zum Whale Beach finden Gäste aus nächster Nähe ohne Stadtplan. Letzter Strand vor dem Hawkesbury River ist Palm Beach, exklusivster Strand-Vorort und Herz der „Peninsula“, auf der sich Millionäre, Pop- und Filmstars in Traumvillen mit ebenso herrlicher Aussicht niedergelassen haben.

Wie nimmt man nun stilgerecht Abschied von der Stadt der Strände? Mit einem wehmütigem Rundblick über Sydneys Badeparadiese vom 325 Meter hohen Sydney Tower, dem höchsten öffentlichen Gebäude der südlichen Hemisphäre? Oder beim letzten Surfen, Baden, Sehen und Gesehen werden? Doyles on the Beach verbindet beides: bestes Seafood direkt am Strand mit schönstem Blick auf die Silhouette der Stadt.

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